Warum Sportler schon mal im "Iglu" sitzen

Kältekammer Bundestrainer erläutert den Nutzen von neuem Angebot in Warmbad

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Sprint-Bundestrainer Jörg Möckel (r.) hatte viel Positives über die Kältekammer und deren Wirkung zu erzählen. Foto: Andreas Bauer

Warmbad. Obwohl die warme Jahreszeit naht, kann man in der Silber-Therme Warmbad auch weiterhin eisige Temperaturen genießen. Gelegenheit dazu bietet die Kältekammer, die im Kur- und Gesundheitszentrum vor kurzem eingeweiht wurde. Auch wenn die Aufenthaltsdauer im sogenannten Erz-Iglu mit drei Minuten kurz ausfällt, sind die Wirkungen lang anhaltend. Dies berichtet zumindest Jörg Möckel, der diese Einrichtung für den Leistungssport zu nutzen weiß

Als Bundestrainer der deutschen Sprinter hat Möckel viele positive Erfahrungen bezüglich der Kältetherapie gesammelt. "Wir sind dankbar dafür, dass wir vor den Olympischen Spielen so ein Objekt nutzen konnten", sagte der Leichtathletik-Trainer bei der offiziellen Einweihung. Studien würden belegen, dass das Leistungsvermögen der Profisportler durch regelmäßige Besuche in der Kältekammer um bis zu zwei Prozent gesteigert wird. Im Breitensport können es sogar bis zu zehn Prozent sein.

Abbau toxischer Stoffe

"Das ist schon fast Kälte-Doping", so Möckel schmunzelnd. Da sich die Gefäße verengen, pumpe das Herz mehr Blut durch den Körper. So in etwa erklärte der Sport-Experte die durchblutungsfördernde Maßnahme, durch die auch der Abbau toxischer Stoffe beschleunigt werde. Für die Aktiven spielt die Kältekammer inzwischen eine wichtige Rolle. Und auch als Trainer hat sich Möckel schon in ein minus 110 Grad kaltes "Iglu" gewagt. "Es ist unfassbar kalt, aber 15 Minuten später fühlt man sich richtig gut", berichtet der Trainer, der zum LV 90 Erzgebirge gehört.

Neben der Leistungsfähigkeit werden auch andere Faktoren positiv beeinflusst: "Abwehrkräfte werden mobilisiert, Endorphine ausgeschüttet und man braucht nicht mehr so lange für die Erholung." Allerdings sei die Kältekammer nur eins von vielen "Tools". Bewegung, Schlaf und Ernährung seien zum Beispiel genauso wichtig.