Was bringt ein geringerer Rollwiderstand wirklich?

Praxistest Aktionsradius wurde deutlich erhöht

Sparen - wer wollte das nicht? Vor allem Autofahrer nutzen gern jede Gelegenheit, um die Tankrechnung zu stutzen. Allerdings ist das leichter gesagt als getan. Neben den üblichen Empfehlungen vom spritsparenden Fahren und allerlei Alltagstipps empfehlen beispielsweise Reifenhersteller, dem Rollwiderstand eines Pneus größere Bedeutung beizumessen. Er hätte durchaus das Potenzial, den Verbrauch zu senken. Oder anders ausgedrückt: die Reichweite zu erhöhen. Wie groß der Einfluss des Rollwiderstands aber tatsächlich ist, lässt sich nur schwer erfühlen oder gar messen. Der Praxistest soll Aufschluss bringen. Und da Reichweite vor allem bei Elektroautos eine Schlüsselfrage ist, die über Kauf oder Nicht-Kauf entscheidet, wurden zwei mit unterschiedlichen Goodyear-Pneus bestückte Renault Fluence EV auf die Piste geschickt.

Einziger Unterschied: die Bereifung. Und ab ging's: 44 Kilometer, hintereinander, über Land und durch die Stadt bei gleichem Tempo. Die Wahl von E-Fahrzeugen für einen solchen Vergleichstest sollte sich in doppelter Hinsicht als gute Entscheidung herausstellen. Nicht nur, dass sich das Minus an Rollwiderstand bei diesen Fahrzeugen in geringerer Batterieentladung und somit größerer Reichweite ausdrückt. Auch die digitalen Angaben über den Kraftaufwand, der nötig ist, um das Auto zu bewegen, waren anschaulicher als es das Abmessen per Kraftstoffbefüllung hätte sein können.

Rollwiderstand zum "Nachlesen" gewissermaßen: So hatte das normal bereifte Fahrzeug 15,4 kWh auf 100 Kilometern verbraucht, das mit rollwiderstandsarmen Konzeptreifen kam auf 13,8 kWh. Entsprechend die noch zur Verfügung stehende Restreichweite von 81 bzw. 86 Kilometern. Der geringere Rollwiderstand vergrößerte den Aktionsradius somit um fünf Kilometer bzw. bescherte eine zehn Prozent größere Reichweite.