Was löste die Reformation aus? - Ausstellung in Annaberg

Historie Sachzeugen vom Franziskanerkloster

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Über 10.000 Fundstücke wurden im Areal des einstigen Klosters schon gefunden. Foto: Ilka Ruck

Annaberg-B. Seit vergangener Woche gibt es unter dem Titel "Reformation - lokale Auswirkungen in Annaberg und Buchholz" im Erzgebirgsmuseum eine sehenswerte Sonderausstellung zu erleben. Sie spannt den Bogen von den Ereignissen im 16. Jahrhundert bis zu den kulturellen und sozialen Folgen der Reformation für Annaberg, Buchholz und die Region. Ferner geht sie auf böhmische Exulanten ein, die nach der Schlacht am weißen Berg ab 1620 sowie der in Böhmen und Österreich beginnenden Rekatholisierung unter anderem nach Sachsen flüchteten.

Präsentiert werden Skulpturen beziehungsweise Darstellungen von Martin Luther, Herzog Georg, Friedrich den Weisen sowie Johann Tetzel, aber ebenso Schriften von Luther oder zur Inquisition in Sachsen. Dargestellt sind außerdem der Annaberger Bergaltar sowie Zeugnisse zur Gegenreformation.

Protestanten auf dem Vormarsch

Reformator Friedrich Myconius hielt in der Stadt im Annaberger Franziskanerkloster die erste protestantische Predigt. Wenige Tage später wurde in ganz Sachsen den Protestantismus eingeführt. Im Zuge dessen wurde das Annaberger Franziskanerkloster ab 1540 säkularisiert. Zirka 40 Mönche gingen daraufhin nach Kaden und Eger ins Böhmische. Sachzeugen der Reformation sind noch heute zu besichtigen.

Eine Grabungsstätte von europäischem Rang befindet sich aktuell am ehemaligen Annaberger Franziskanerkloster. Weit über 10.000 Fundstücke erinnern an das einst bedeutsame sakrale Gebäude.