Wasserwerke Westerzgebirge gehen ungewöhnliche Wege

Projektabschluss Eibenberg war Vorreiter

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Landrat Frank Vogel (M.) und ZWW-Geschäftsführer Dr. Frank Kippig vollziehen in Eibenberg einen symbolischen Akt. Der Ort ist nun offiziell ans zentrale Abwassersystem angeschlossen. Foto: JS/PB Carsten Wagner

Eibenberg . Seit Ende vergangener Woche ist Eibenberg offiziell ans zentrale Abwassernetz angeschlossen. Für die Einwohner ging damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Mit der gefundenen Lösung ist auch der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge zufrieden, der in das Vorhaben 45 Millionen Euro investierte. Dabei sollte Eibenberg zunächst gar nicht ans zentrale Abwassersystem angeschlossen werden. So zumindest sahen 2007 die Pläne aus. Nicht einmal ganz zwei Jahre später hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich auf einer Einwohnerversammlung erstmalig für die zentrale Abwasserentsorgung aussprochen hat. Damit war in Eibenberg ein großer Schritt getan und der Ort wurde zum Vorreiter für ein Modell, das auch Grundstückseigentümern den zentralen Abschluss ermöglicht, wenn dieser seitens des Zweckverbandes Wasserwerke Westerzgebirge finanziell nicht umsetzbar ist. Das sogenannte Eibenberger Modell sieht nämlich eine Bürgerbeteilung vor. Dass dafür einen Grundsatzberatung zur Festlegung der Bedingungen notwendig war, versteht sich von selbst. 2010 gaben die Eibenberger ihre Einverständniserklärung zur Trassenführung und Erarbeitung des planerischen Konzeptes. Gleichzeitig wurden vor sechs Jahren erste Verhandlungen mit dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ESC) zur Abwasserüberleitung nach Chemnitz begonnen. Offizieller Baubeginn war im April 2014. Anfang 2015 konnte der öffentlich-rechtliche Vertrag zur abwassertechnischen Erschließung zwischen ZWW und Landratsamt Erzgebirgskreis abgeschlossen werden. Mittlerweile gibt es 64 solcher Verträge in ganz Sachsen.