Wenn am Ende nur noch Scham bleibt

Sozial Fonds hilft bei sexuellem Missbrauch

Erzgebirge . Jeder kann Opfer einer Straftat werden. Solch ein Erlebnis löst oftmals erhebliche psychische, soziale und materielle Folgen aus. Insbesondere wenn es sich um sexuellen Missbrauch handelt. Und besonders schlimm ist dies, wenn es in der eigenen Familie passiert. Jana Schwarz ist Sozialpädagogin (FH) und Traumaberaterin des Vereins Opferhilfe Sachsen. Sie weiß: "Innerfamiliärer Missbrauch geht oft mit Scham- und Schuldgefühlen einher. Wenn der Täter ein Bekannter oder Verwandter ist, dann wird darüber meist nicht gesprochen. Doch der Schock, die Angst, die Wut und Empörung oder die Scham bleiben. Die Opfer fühlen sich allein gelassen." Darauf wurde reagiert. Seit Mai 2013 gibt es für Betroffene von sexuellem Missbrauch die Möglichkeit, einen Antrag auf Hilfeleistungen beim "Fonds sexueller Missbrauch" im Rahmen des Ergänzenden Hilfesystems (EHS) zu stellen. Anträge können noch bis April 2016 gestellt werden. Bei der Antragstellung für Betroffene innerfamiliären sexuellen Missbrauchs wird eine hohe Sicherheit der Klienten bei gleichzeitig niedriger Belastung gewährleistet. Es müssen keine Namen genannt werden, alles verläuft anonym und die Erfolgsaussichten sind vergleichsweise hoch. Es können Sachleistungen bis maximal 10.000 Euro pro Antragsteller gewährt werden. Diese sind auf den individuellen Bedarf der Betroffenen ausgerichtet. Mögliche Leistungen können sein: psychotherapeutische Hilfen, Hilfen bei der Beschaffung von Heil- und Hilfsmitteln, Unterstützung von Bildungsmaßnahmen. Geschädigte können zudem eine Reittherapie, Tanz-, Bewegungs- oder Musikkurse und Ähnliches beantragen. Alles was den Betroffenen von innerfamiliärem sexuellem Missbrauch unterstützt, die Folgen dessen zu minimieren. Jana Schwarz: "Der Täterkreis beschränkt sich nicht nur auf direkte Verwandte, sondern auch auf Freunde und Bekannte der Familie. Ebenso Nachbarn, die mit der Familie in Kontakt stehen oder Personen, die im Haushalt beschäftigt werden." Das Thema ist sehr komplex und eine Beratung empfehlenswert. Leser aus dem Erzgebirgskreis können sich bei der Opferhilfe Chemnitz unter Telefon 0371-4331698 melden. Infos gibt's im Internet unter www.fonds-missbrauch.de. Auch finden Dienstagnachmittag Opferhilfe-Sprechstunden im Annaberger Familienzentrum statt. Eine Terminvereinbarung mit der Chemnitzer Opferhilfe ist unbedingt erforderlich.