Wenn man sich daheim unsicher fühlt

Information Häusliche Gewalt ist auch im Erzgebirge ein Thema

Hilfe suchten 48 Personen aus der Region Chemnitz/Erzgebirge im vorigen Jahr bei der IKOS, der Interventions- und Koordinierungsstelle zur Bekämpfung häuslicher Gewalt. Ihnen war in ihren eigenen vier Wänden, in ihrem zu Hause Gewalt wiederfahren. "Doch es gibt sicher auch viele Fälle, die unsere Hilfe gar nicht in Anspruch genommen haben", gibt Ina Thierfelder, Mitarbeiterin der IKOS zu bedenken. Um das Thema mehr in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken hat sie eine Sonderausstellung mit 23 informativen Tafeln gestaltet. Derzeit sind diese im Annaberger Rathaus zu besichtigen. Noch bis zum 27. November kann sich jeder informieren, welche Hindernisse es auf dem Weg aus einer Gewaltpartnerschaft zu bewältigen gibt. Die Schau, die zeitgleich auch im Begegnungszentrum "das dürer in Stollberg zu sehen ist, wurde von der Gleichstellungsbeauftragten des Erzgebirgskreises Gabriele Noack, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Annaberg-Buchholz Ursula Mornhinweg und der IKOS initiiert. Sie ist zu den Öffnungszeiten des Bürgerzentrums im Annaberger Rathaus montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr zu sehen. "Anlass für die Ausstellung war für uns der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, der jährlich am 25. November begangen wird", erläuterte Gabriele Noack. "Jede vierte Frau in Deutschland war schon Opfer von Gewalt in den eigen vier Wänden", so die Gleichstellungsbeauftragte. "Doch Gewaltarbeit ist immer auch Täterarbeit", sagte Ina Thierfelder. Deshalb präsentierte sich auch Matthias Hendel von der Täterberatungsstelle Handschlag.