Wenn Philosophien aufeinanderprallen

Windkrafträder Pläne für riesige Anlagen wecken erhebliche Bedenken

Amtsberg. 

Amtsberg. Der Breitband-Ausbau und das schnelle Internet sorgen in Amtsberg derzeit für Freude. Ein anderes geplantes Projekt, das der Energiegewinnung dienen soll, weckt dagegen Bedenken bei der Gemeinde. "Ich hatte Besuch vom Beauftragen einer Firma, die auf der Höhe zwischen Weißbach und Gelenau Windkraftanlagen errichten will", sagt Bürgermeister Sylvio Krause. Zwar sei die Gemeinde solchen Vorhaben nicht generell abgeneigt, befinden sich doch auch schon Richtung Gornau mehrere Windkrafträder. Doch bei dem neuen Projekt sind die Zweifel groß.

Die Skepsis ist vor allem auf das Ausmaß der neuen Anlagen zurückzuführen. Krause zufolge sollen fünf Windkrafträder entstehen, die alle bislang in der Region gekannten Ausmaße übertreffen würden: "Die Nabenhöhe liegt bei 160 Metern, dazu kommen noch einmal die 80 Meter des Rotors." Damit würde der Blick auf die Landschaft erheblich beeinträchtigt. "Der Albtraum eines Erzgebirgers", sagt der Bürgermeister zum geplanten Standort auf dem ersten Höhenrücken zwischen Chemnitz und dem Erzgebirge. Zudem sei ein Schlagschatten bis ins knapp 1000 Meter entfernte Dorf zu befürchten - ebenso wie Lärm aufgrund der Hauptwindrichtung.

Eine Klärung des Problems ist derzeit nicht in Sicht, da es bis auf das Gespräch mit dem Beauftragten bisher keinen Kontakt zwischen der Gemeinde und der Firma gab. "Wir wissen aber, dass bereits Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt wurden", sagt Krause. Er hofft darauf, dass das Landratsamt als zuständige Behörde einen Erörterungstermin einberuft. Bislang sei der Standort im Regionalplan nicht für Windkraftenergie vorgesehen. Dennoch ist die juristische Grundlage in den Augen des Bürgermeisters schwierig: "Das ist ein heißes Thema. Da prallen Philosophien aufeinander."