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Wenn sich Veilchen-Legenden treffen

vereinsikonen Viele Spieler sind dem Verein bis heute verbunden

Aue. 

Aue. Es sind die kleinen Geschichten, die auch heute noch begeistern. Wenn Klaus Zink etwa erzählt, dass er für eine Ansichtskarte aus dem westlichen Ausland Ölsardinen vom Feinkost Matthes erhielt, dann spitzen viele die Ohren. Zink, der von 1957 bis 1971 für Wismut Aue 324 Pflichtspiele bestritt und in diesen 104 Tore erzielte, ist in einer Zeit groß geworden, in der es keinen Überfluss gab. "Wir hatten immer Probleme mit den Schuhen", erinnert sich der 85-jährige Zink. Der Ball war in den Anfangsjahren kein Ball erzählt er, sondern eher ein mit Bändern zusammengebundenes Knäul.

Multitalent findet den Weg zum Fußball

Harald Mothes hat bevor er beim Fußball landete, viele Sportarten ausprobiert. Er war Leichtathlet, Skifahrer und Tischtennisspieler. "Dann hab ich aber herausgefunden, dass Fußball den meisten Spaß macht", sagt der 64-Jährige, der von 1975 bis 1990 für Wismut Aue aktiv war und zuvor in Lößnitz kickte. Mothes kommt auf 303 Punktspiele und 93 Veilchentore. Auch gehörte er zur DDR-Olympiaauswahl. Einer seiner größten internationalen Einsätze blieb ihm aber verwehrt: Die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles, für die sich das Team qualifizierte, wurden von der DDR boykottiert. Dieter Schüßler absolvierte seinen ersten Auftritt im Veilchen-Trikot am 21. August 1965 beim Bezirksderby gegen den SC Karl-Marx-Stadt. Mit einem Schmunzeln nimmt er zur Kenntnis, worauf im Fußball heute alles geachtet wird, "Wir haben uns vorm Spiel selbst aufgepuscht." Einen Mentaltrainer gab es nicht: "Wenn einer durchhing, haben wir uns gegenseitig geholfen." Zu den Wismut-Legenden gehört auch Jürgen Escher. Von 1971 bis 1985 lief er 310-mal in der DDR-Oberliga und in 60 Pokalbegegnungen auf. Im Podcast "Aue-Bad Schlema Hört!" heißt es seit Donnerstag "75 Jahre unter den gekreuzten Hämmern".

BLICK blickt rund um das Vereinsjubiläum auf 75 Jahre Wismut und Erzgebirge Aue zurück. Weitere Stories gibt es unter der Rubrik Erzgebirge und auch in den kommenden Tagen auf BLICK.de