Widerspruch nach geklautem Tor

Fussball FC Erzgebirge Aue hat turbulente Tage hinter und spannende vor sich

widerspruch-nach-geklautem-tor
Enttäuschung nach der Niederlage in Darmstadt.Foto Katja Lippmann-Wagner

Aue. Das sind Spiele und Tage, die die Mitglieder und Fans des FC Erzgebirge Aue so schnell nicht vergessen werden. In die Köpfe der handelnden Akteure auf dem Rasen und am Spielfeldrand brennen sich solche Dinge sowieso für immer und ewig ein. Die Veilchen machen am Sonntag in Darmstadt ein Wahnsinnsspiel, haben die Gastgeber fast immer unter Kontrolle und verlieren trotzdem. Sie verlieren, weil ein reguläres Tor in der Anfangsphase nicht gegeben wird und kurz vor Schluss die Darmstädter aus dem Nichts einen Treffer erzielen. Aue rutscht damit auf den Relegationsrang. Nach der Begegnung platzt FCE-Präsident Helge Leonhardt der Kragen, er deutet einen Betrugsfalls an. Ein sichtlich bedrückter und enttäuschter Chefcoach Hannes Drews fragt zu Beginn der Pressekonferenz, was sie denn den Schiedsrichtern getan hätten. Er weiß es nicht.

Am Montag nimmt der DFB Ermittlungen gegen Helge Leonhardt wegen der Betrugsandeutung auf und der FC Erzgebirge Aue legt Widerspruch gegen die Wertung des Spiels ein. In der offiziellen Pressemitteilung wird Leonhardt zitiert: "Das Fairplay wurde vom Schiedsrichterteam gestern mit Füßen getreten. Das kann nicht sein! Darum haben wir uns zu diesem Widerspruch entschlossen." Die Erfolgsaussichten sind sehr gering. Weiter heißt es in der Mitteilung: Mit Hinblick auf die enorme wirtschaftliche Bedeutung der getroffenen Fehlentscheidungen behält sich der FC Erzgebirge Aue weitere strafrechtliche und schadensersatzrechtliche Schritte gegen das Schiedsrichterteam wegen des Verdachts der Spielmanipulation vor." Nichtsdestotrotz haben die Lila-Weißen mit der Vorbereitung auf das Relegationshinspiel am Freitag in Karlsruhe begonnen. Für Routinier Christian Tiffert wird es die erste Relegation seiner Karriere: "Die Spiele will ich gewinnen - ganz einfach".