Wie die Geduld in die Flasche kommt

Schau Sammler zeigen in Gelenau ungewöhnliche Raritäten

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Auch jüngere Leute lassen sich von Eckart Holler (r.) gern über die Geduldsflaschen aufklären. Foto: Ilka Ruck

Gelenau. Dass die Erzgebirger in der Regel Geduldsmenschen sind, ist allseits bekannt. Dass sie diese Geduld in Flaschen implantiert haben, dass weiß man auch - nur wie das geht, ist schwer zu glauben. Erstmals in Sachsen präsentiert das Depot Pohl-Ströher zur diesjährigen Weihnachtsschau in Gelenau die Sammlung "Bergmännische Geduldflaschen". Aus dem Sammlungsbestand von Dr. Erika Pohl-Ströher werden insgesamt dreißig davon gezeigt. Das Spektrum reicht von komplizierten bergmännischen Szenen unter und über Tage bis hin zur beweglichen Anordnungen, welche die Arbeit unter Tage zeigen. Die Exponate haben ihre Herkunft in verschiedenen europäischen, meist Bergbauregionen. Doch wie funktioniert es eigentlich, all die winzigen Teile in die Flasche zu bekommen. Einer, der das ganz genau weiß, ist Eckart Holler aus Chemnitz. Er hat bereits eine erzgebirgische Geduldsflasche für die Manufaktur der Träume restauriert und verrät: "Es ist unglaublich, wie die "Macher" von einst gearbeitet haben. Viele der Stücke besitzen eine Kurbel, durch die man die Figuren in Bewegung setzen kann. Die Flaschen waren mehr als nur ein Zeitvertreib. Sie waren zugleich Bergbauanschauungsmaterial, wurden zusammen mit einem Heft zu Schulungszwecken genutzt und sollten das Leben Untertage zeigen." Zu den weiteren Raritäten der Schau gehört ebenfalls die "Große Nussknackerparade" mit über 30 großen Nussknackern die ihre Runden im Café im Spielzeugdorf dreht. Zahlreiche Exemplare hat Dr. Roland Schmerler aus Dresden zur Verfügung gestellt. In 48 Jahren wuchs die Sammlung des Allgemeinmediziners auf 400 Räuchermännchen und 300 Nussknacker. Zu erleben gibt es all dies noch bis zum 29. Januar. Am 26. Dezember um 11 und 15 Uhr lädt das Marionettentheater Dresden zu dem Stück "Weihnachtsüberraschung bei Familie Zipfelchen" ins Depot.