Wildkräuter, Olympiagold und viel Herzblut, so feiert das Erzgebirge in Oberwiesenthal

Zum 14. Mal hat der Sächsische Landfrauenverband, Ortsgruppe Oberwiesenthal, zum Kräuter- und Aroniafest geladen

Oberwiesenthal

Ein Duft aus Wiesenkräutern liegt über der Annaberger Straße 81, aus der Küche der Pension Riedel klappern Töpfe, und am langen Buffettisch stapeln sich Quiches, Salate und selbstgemachte Aufstriche bis zum Rand der Platten. Zum 14. Mal hat der Sächsische Landfrauenverband, Ortsgruppe Oberwiesenthal, zum Kräuter- und Aroniafest geladen. Und wieder einmal zeigt sich, dass in dieser kleinen Bergstadt Tradition und Herzlichkeit Hand in Hand gehen.

Eine Wanderung, die alle Sinne weckt

Los geht der Tag, wie jedes Jahr, mit einer Wanderung. Kräuterexpertin Christel Stolle führt die angemeldeten Gäste am Bach entlang, hinein in die saftigen Wiesen rund um Oberwiesenthal. Was dort auf den ersten Blick nach gewöhnlichem Grün aussieht, entpuppt sich unter ihrer Führung als kleine Apotheke der Natur. Sie erklärt, welches Kraut wofür gut ist, wie man es erkennt und wie man es verwendet. Wer dabei war, kommt garantiert mit einem geschärften Blick für die eigene Wiese nach Hause zurück.

Wenn eine Olympiasiegerin Wildkräuter kocht

Mitten im Trubel am Buffet steht eine Frau, deren Name weit über das Erzgebirge hinaus bekannt ist. Sylke Otto, geboren in Karl-Marx-Stadt und seit ihrer Jugend eng mit Oberwiesenthal verbunden, holte 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin Olympiagold im Rennrodeln. 2007 beendete sie ihre Karriere, seitdem ist sie den Landfrauen treu geblieben.

„Ich bin halt hier, seitdem ich aufgehört habe, mit dem Landfrauenverein“, erzählt sie und lacht. „Das macht total viel Spaß, weil es alles total nette, liebe Mädels sind und die immer gute Ideen haben.“ Für das Buffet hat sie diesmal Wildkräuter Gnocchi vorbereitet, dazwischen türmen sich unzählige Salate. „Es wird immer mit frischen Kräutern irgendwas gemacht“, sagt sie. „Ich weiß gar nicht, was da überall drin ist. Es gibt einfach tausende Kräuter.“

Auch von der Wanderung selbst schwärmt sie. „Hier in Oberwiesenthal gibt es so viele schöne, saftige Wiesen, und die Christel erklärt wirklich sehr viele Kräuter und wofür die gut sind. Das ist sehr interessant und eine sehr schöne Führung.“

14 Jahre Herzblut für die Gemeinschaft

Wer hinter dem Fest steht, weiß Uta Riedel am besten zu erzählen. Sie ist Gastgeberin der Pension Riedel und obendrein die erste erzgebirgische Kräuterkönigin. „Wir sind ein Frauenverein, den gibt es jetzt schon 14 Jahre, und wir machen jedes Jahr ein Kräuter und Aroniafest“, sagt sie. „Die Gäste gehen erst wandern mit unserer Kräuterweibel Christel Stolle, und die Landfrauen machen dann das Kräuterbuffet, das man hier sehen kann.“

Dass es beim Feiern nicht bleibt, betont sie ausdrücklich. „Wir engagieren uns für soziale Projekte, wir helfen immer beim Benefizlauf, sind beim Sport dabei und sind auch sehr engagiert bei der Peter Maffay Stiftung.“ 14 Jahre Landfrauenverein und 14 Jahre Fest, das sei kein Zufall, sondern gewachsene Verbundenheit mit der Region.

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