Wildschütz bleibt auf seinem Berg lebendig

Ausstellung Großolbersdorfer Schnitzer bewahren die Historie

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Viel zu erzählen zu allen Stationen hat Thomas Stülpner.Foto: Andreas Bauer

Großolbersdorf. Auf dem Gottesacker in Großolbersdorf hat Karl Stülpner seine letzte Ruhestätte gefunden. Obwohl der legendäre Wildschütz im September 1841 starb, ist sein Leben noch heute nicht nur in Sagen zu bestaunen. Und zwar in der Nähe seines Grabes, denn im Großolbersdorfer Schnitzerheim (Warmbadstraße 19) sind auf dem sogenannten Stülpner-Berg viele wichtige Stationen seines Werdegangs abgebildet. Das Kunstwerk, das zwischen 1936 und 1938 von mehreren Schnitzern des Ortes erschaffen wurde, ist bis zum Oktober immer sonntags von 8 bis 12 Uhr für die Öffentlichkeit zugängig.

Das Leben des Karl Stülpner

"Größere Gruppen können sich für andere Zeiten auch über die Gemeinde anmelden", sagt Thomas Stülpner. Weil er ein entfernter Verwandter von Karl Stülpner ist, steht er natürlich in einem besonderen Bezug zu der 13 Quadratmeter großen Anlage. "Mit 100 Figuren wird in 27 Gruppen hier sein Leben dargestellt", erklärt der Schnitzer, der viel zu den Stationen sagen kann. Los geht's an der Burg Scharfenstein und am Geburtshaus des bekannten Volkshelden. Unter anderem ist auch abgebildet, wie dieser im Heinzewald eine Postkutsche überfällt oder später zum Militär geht, um begnadigt zu werden. Eine der letzten Stationen zeigt dann die Geburt seiner Tochter.

Die Historie wird bewahrt

"Früher kamen zu DDR-Zeiten bis zu 60 Gäste am Tag, um den Stülpner-Berg zu sehen", berichtet Thomas Stülpner. Inzwischen habe das Interesse nachgelassen, doch die Anlage ist dem Verein immer noch sehr wichtig, zeigt sie doch auch viele historische Gebäude, die inzwischen nicht mehr existieren. Um die Historie zu bewahren, wird der Berg weiterhin bestens gepflegt. Und spätestens zur Museumsnacht am 24. August rechnen die Schnitzer dann auch wieder mit großem Andrang, denn kommen erfahrungsgemäß viele Besucher.