Windkraft: Kommune im Erzgebirge sieht neuen Planentwurf kritisch

Im kürzlich vorgestellten Raumordnungsplan sind auf Amtsberger Flur drei potenzielle Windenergiegebiete ausgewiesen. Diese lehnt der Gemeinderat ab – ohne sich jedoch erneuerbaren Energien komplett zu verschließen.

Amtsberg

Vom Planungsverband der Region Chemnitz ist kürzlich der Entwurf des neuen Raumordnungsplans veröffentlicht worden, der mögliche Flächen für Windkraftanlagen ausweist.

Drei dieser potenziellen Windenergiegebiete befinden sich auf Amtsberger Flur, woraufhin der Gemeinderat nun mit einem Beschluss reagierte. Darin werden die drei genannten Gebiete abgelehnt.

Zwar sind diese mehr als 1000 Meter von Wohnbebauung entfernt. „Aber man kann andere Faktoren nicht einfach außer Acht lassen“, sagt Bürgermeister Sylvio Krause mit Blick auf den gültigen Regionalplan: „Damit haben wir eine Rechtsgrundlage.“

300 Meter große Windräder stören Sichtachse

Im Regionalplan sei klar definiert, dass regional bekannte Aussichtspunkte wie die Dittersdorfer Höhe „als bedeutsame Bereiche für das Landschaftsleben erhalten und vor visuellen Störwirkungen geschützt werden sollen“.

Sollten die ausgewiesenen Windenergieflächen tatsächlich mit Anlagen bebaut werden, würde gegen diesen Grundsatz verstoßen. „Das wäre ein Klagegrund“, sagt Krause. Die Windräder mit einem Rotorradius von 78 Metern und einer Gesamthöhe von etwa 300 Metern würden „eine erhebliche Störwirkung in der Sichtachse Dittersdorfer Höhe – Erzgebirgskamm entfalten“.

Grünes Licht für Solarpark

Zugleich betont der Amtsberger Bürgermeister, dass sich die Kommune keineswegs vor dem Thema erneuerbare Energien verschließe. Entsprechende Vorhaben müssten nur dem Landschafts- und Ortsbild angepasst sein, sodass für die Einwohner so wenig wie möglich Belastungen entstehen.

Der Planung eines rund 24 Hektar großen Solarparks, der in Weißbach an der Grießbacher Straße entstehen soll, hat der Gemeinderat beispielsweise zugestimmt. Für einen weiteren Solarpark in Schlößchen gab es dagegen noch kein grünes Licht.

Dieser Antrag wurde zurückgestellt, da sich die Solarmodule in der ursprünglichen Planung zu nah an der Straße und an der Gartenanlage „Am Waldesrand“ befinden würden. Bei einer entsprechenden Anpassung könnte aber auch dieses Vorhaben realisiert werden.

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