"Wir hatten Todesangst" - Weltreisende Familie aus dem Erzgebirge erlebt Erdbeben in Bangkok

Von der Reiselust in die Realität: Als in Thailand plötzlich die Erde bebt

Erzgebirge, Bangkok

Im Januar berichtete BLICK.de über eine Familie aus dem Erzgebirge, die alles hinter sich ließ, um für ein Jahr die Welt zu entdecken. Der Alltag wurde gegen Abenteuer getauscht, Sicherheit gegen Freiheit - ein mutiger Neuanfang für Isabel, Steven und ihre zwei Kinder. 

Sie wollten raus aus dem Trott, hinein ins echte Leben - und spüren, was zählt. "Wir wollten Zeit. Zeit füreinander, für uns als Familie. Und die Welt mit eigenen Augen sehen." Was damals mit viel Vorfreude begann, hat nun eine Wendung genommen, mit der niemand gerechnet hatte. Während ihrer Reise durch Thailand erlebte die Familie eine Extremsituation - ein schweres Erdbeben, direkt in Bangkok. Ein Moment, der ihre Reise - und ihr Leben - für immer prägen wird.

Ein ganz normaler Tag - bis sich alles dreht

Am Tag des schweren Erdbebens in Thailand befindet sich die Familie gerade am Hauptbahnhof in Bangkok, als die Erde zu beben beginnt. "Es war kurz vor 13 Uhr, wir warteten auf unseren Nachtzug nach Chiang Mai", schildert die Familie.

Plötzlich habe Isabel, die Mutter, blass und verunsichert gesagt: "Mir ist auf einmal ganz anders. Mir ist total schwindlig, alles dreht sich." Dann kippt die kleine Tochter Matilda plötzlich um. Auch Vater Steven spürt, dass etwas nicht stimmt. "Das ist ein Erdbeben!", habe er in diesem Moment gerufen. Tochter Vivien beginnt zu schreien - dann zählt nur noch eines: raus.

"Wir haben einfach funktioniert"

"Wir haben unser ganzes Gepäck liegen lassen. Wir wollten nur noch unsere Kinder packen und in Sicherheit bringen", erzählt die Familie. Im Schock haben sie funktioniert - ohne nachzudenken, ohne innezuhalten. Draußen erleben sie, wie die Menschen um sie herum reagieren: ruhig, bedacht, hilfsbereit.

Menschlichkeit inmitten des Chaos

"Die alten Menschen bekamen Stühle, ein Mönch, der gestürzt war, wurde versorgt." Niemand sei in Panik geraten. Stattdessen habe sich eine fast stille Solidarität breitgemacht. "Ein paar Menschen weinten, andere beteten - und trotzdem war da eine Wärme unter den Menschen, die wir nie vergessen werden."

Organisation und Trost - inmitten der Krise

Auch das Bahnhofs- und Sicherheitspersonal habe einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Innerhalb kurzer Zeit sei Wasser und Essen verteilt worden, kostenlos und mit beruhigenden Worten. Nach zwei Stunden durften die Wartenden zurück ins Gebäude - doch nicht chaotisch, sondern geordnet. "Wir mussten uns in Zweierreihen aufstellen. Jeder Zug wurde einzeln aufgerufen. Es war unglaublich ruhig und gut organisiert."

Besonders bewegend sei für die Familie der Bahnhofsleiter gewesen: "Er kam persönlich vorbei, sprach mit den Menschen, fragte, wie es uns geht - und entschuldigte sich, dass es so lange gedauert hat."

"Dieses Erlebnis hat uns verändert"

Trotz der Angst - oder gerade deswegen - hat das Erlebnis Spuren hinterlassen. "Wir haben in dieser extremen Situation eine Verbundenheit zwischen Fremden erlebt, die uns zutiefst berührt hat."
Und als Familie? "Wir sind noch enger zusammengerückt. Dieses Erlebnis hat uns verändert."

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