• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

"Wir sehen das als Licht im Schacht!"

Corona Das einzige echte Weihnachtsland leidet sehr heftig

Annaberg-B. 

Annaberg-B. Es war ein beeindruckendes Zeichen, das Vertreter der verschiedensten regionalen Branchen am Freitag auf dem Annaberger Markt setzten. Unter dem Slogan "Licht im Schacht" und "Wir kämpfen für unser Erzgebirge" machten Unternehmer, Gewerbetreibende undSolo-Selbstständige auf ihre bedrohliche Lage aufmerksam. Vor allem Unternehmen aus der Tourismus-, Handels- und Dienstleistungsbranche "rutschen" durch die - unreflektiert wiederholten - Lockdown-Vorschriften unverschuldet in schwerste Existenznöte. Andreas Enger, unter anderem Betreiber der Eisbahn, sagte: "Wir sehen das als 'Licht im Schacht'. Auf 'Schicht im Schacht', da stehen wir nicht drauf'." Genauso sieht esDJ Tatch me, alias Torsten Köhler: "Wir wollen das Licht am Scheinen halten und nicht auspusten."

Staatliche Hilfen dürfen nicht die Antwort auf angeordnete Betriebsschließungen sein

Das Hupen der Busse am Freitag war nicht zu überhören, denn auch die Reisebranche leidet enorm. Daher ging es auch darum, wie die mittel- und langfristige wirtschaftliche Perspektive der Region mit und nach Corona aussehen sollen. Zurzeit kommen die wortreich verkündeten Wirtschaftshilfen nur verzögert oder teilweise an. Doch das ist nicht das Grundanliegen der Unternehmer. Sie wollen Einkommen aus Geschäftstätigkeit anstatt staatliche Almosen. "Finanzhilfen sind ganz wichtig. Doch es gibt viele, bei denen das Herz leidet", weiß Torsten Köhler. Antje Rickart betreibt seit 22 Jahren ein Kosmetikstudio. Sie sagte: "Die erneute Schließung bringt die Branche in seelische und finanzielle Bedrängnis. Staatliche Hilfen dürfen nicht die Antwort auf angeordnete Betriebsschließungen sein." Eingeladen zur Veranstaltung hatte unter anderen auch Enno Fritz von "Injoy Fitness". "85 Prozent unserer Mitglieder sind bei uns, weil sie Volkskrankheiten haben. Wichtig ist, alles dafür zu tun um gesund zu bleiben. Das geht nicht, wenn wir alles zuschließen", betonte der Studiochef. Constance Brossel meinte stellvertretend für die Hotelbranche: "Vergessen wird, welche Kreise das zieht. Es hängen auch der Bäcker und viele andere dran. Das tut weh. Bitte macht das Licht nicht aus, sondern an." Wie sicher man in den Reisebussen ist, das erklärte Busunternehmer Helmut Jetschke: "Wir haben wirksame Hygienekonzepte erarbeitet und umgesetzt. Wir wollen keine finanziellen Almosen, diese können eine erfolgreiche Existenz nicht ersetzen." Patrick Schmidel vom "PS Media Point" appellierte dafür, regional bei heimischen Gastronomen zu kaufen und das Ganze mitzunehmen. Für Matthias Lißke, Geschäftsführer der "WFE Erzgebirge GmbH" sind die selbständigen Unternehmer Helden. Er stellte klar: "Das einzige echte Weihnachtsland, das leidet sehr heftig. Wir kennen viele Reden unserer Minister, die mit Kraftausdrücken Hilfe versprechen. So ist es nicht. Es dauert zu lange. Es geht nicht um Förderung, es geht um Ausgleich. Doch die Erzgebirger werden es schaffen." Passend dazu spielten Jörg Heinicke und Ranzen Max den Steigermarsch.