Wo die Enduro-Euphorie in den 1990er-Jahren neu entfacht wurde

Als der Geländesport nach der Wende am Boden lag, ergriffen einige Enthusiasten dieses erzgebirgischen Vereins die Initiative

Witzschdorf

Für das Feiern des 30. Vereinsgeburtstags blieb im Sommer 2024 wenig Zeit. Auch im vergangenen Jahr war der Terminplan wegen der Austragung der Deutschen Meisterschaft im Motorradbiathlon eng gestrickt. Kein Problem, dachten sich die Mitglieder des Enduro- und Mountainbikeclubs Witzschdorf: Holen wir das große Vereinsjubiläum doch einfach zum runden Geburtstag der Vereinsstrecke nach, die erst 1996 eingeweiht werden konnte. Fast auf den Tag genau 30 Jahre später gab es nun vor Ort ein großes Fest.

Schwierige Zeiten gemeistert

„Wir konnten am 6. Juli 1996 unsere Strecke eröffnen. Obwohl es teilweise in Strömen regnete, tat das der Freude keinen Abbruch“, erinnert sich Torsten Wohmann an den großen Moment von einst. Und der Dittmannsdorfer, der nun schon seit 25 Jahren als Vorsitzender fungiert, hatte noch viel mehr Anekdoten aus der Historie zu erzählen. Dabei ging er sogar zurück bis ins Jahr 1992, als kaum noch ans Fahren zu denken war: „Damals lag der Endurosport in unserer Region ziemlich am Boden.“

Naivität erweist sich als hilfreich

Aus einer spontanen Laune heraus hätten Torsten Wohmann, Norbert Vogler und Andreas Kuhn die kühne Idee gehabt, ein kleines Rennen für Serienmotorräder auf die Beine zu stellen. Ihre Naivität sei damals hilfreich gewesen, denn sonst hätten sie es womöglich gelassen. Mit viel Ehrgeiz und Begeisterung konnte das Vorhaben tatsächlich in die Tat umgesetzt werden. „Wider Erwarten gelang es tatsächlich, im Herbst 1992 eine kleine legale Runde über 20 Kilometer auf die Beine zu stellen“, so Wohmann.

Harald Sturm gibt entscheidenden Tipp

Ausgehend von dieser Aktion folgten in den Jahren darauf weitere November-Enduros, die letztlich die Basis für die Wiedergeburt von „Rund um Zschopau“ darstellten. Für die Witzschdorfer war es außerdem der entscheidende Anstoß, einen eigenen Verein samt Strecke zu gründen: „Wir hatten gewissermaßen Blut geleckt und wollten nun mehr.“ Auch dank der Mithilfe der Enduro-Legende Harald Sturm ging dieser Plan auf. Als der EMC seine lange erfolglose Suche nach einem Standort fast schon aufgeben wollte, gab der Mannschaftsweltmeister von einst den entscheidenden Tipp für die jetzige Strecke nahe des Steinbruchs. Auch er hatte laut Wohmann nämlich die gleiche Idee - und trug so mit zu diesem historischen Schritt bei.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich