Wo soll die neue Grundschule hin?

bau Am geplanten Standort kann nicht gebaut werden

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Die neue Grundschule in Neukirchen kann nicht an dem ursprünglich angedachten Platz an der Ortsgrenze zwischen Neukirchen und Adorf gebaut werden. Foto: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Neukirchen. Die Gemeinde Neukirchen plante den Bau einer neuen Grundschule auf einem Grundstück zwischen Neukirchen und Adorf gegenüber der Firma Techno-Farm. Da der Standort allerdings vier Ziele der Regionalplanung gefährden würde, haben der Planungsverband Region Chemnitz und die Landesdirektion Sachsen dem Vorhaben nicht zugestimmt.

Gelände ist Artenschutzgebiet

Einerseits ist das Gelände ein Vorranggebiet für Arten- und Biotopschutz, es ist sowohl Vorrang- als auch Vorbehaltsgebiet für Hochwasser und liegt außerdem im regionalen Grünzug. Bürgermeister Sascha Thamm erklärt: "Die neue Schule würde an die Würschnitz grenzen, die allerdings als Gebiet für Arten- und Biotopschutz eingestuft wird. Im Falle eines Hochwassers könnte die Schule zum einen direkt selbst betroffen sein, zum anderen schränkt es den möglichen Überschwemmungsbereich ein. Und letztendlich würden die beiden Orte durch den Bau an dieser Stelle zusammenwachsen. Das ist allerdings nicht gewünscht, da so etwas die Zersiedelung im ländlichen Raum fördert."

Gegen diese Stellungnahme hat die Gemeinde Neukirchen Einspruch eingelegt. In einem persönlichen Gespräch wurde jedoch erklärt, dass insbesondere bei dem Punkt "regionaler Grünzug" kein Verhandlungsspielraum besteht. Die Landesdirektion Sachsen hat generell den Wunsch, dass neue Schulen in Ortszentren gebaut werden.

Neun Monate Zeitverzug durch Ablehnung

Eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern für einen Neubau steht in Neukirchen jedoch nicht zur Verfügung. Sascha Thamm hatte im Vorfeld noch zwei Alternativen im Blick. Demnächst wird ein Variantenvergleich aufgestellt, der anschließend der Landesdirektion vorgestellt wird. Das weitere Vorgehen wird dann miteinander abgesprochen.

"Durch die Ablehnung liegen wir neun Monate im Zeitverzug und müssen einen neuen Bebauungsplan erstellen, der mit weiteren Kosten verbunden ist", erzählt Sascha Thamm. Er rechnet damit, dass der erste Spatenstich frühestens 2020 erfolgen wird, da sie für nächstes Jahr keinen Fördermittelantrag mehr einreichen können. Der 32-Jährige sagt: "Ich hoffe, dass wir die neue Grundschule schließlich 2021 eröffnen können".