Wo Traditionen verschmelzen

BLICK-Serie Weihnachten bei Musiker und Musikpädagoge Gerald Olschewski

Meine Frau ist Erzgebirgerin, ich selbst komme ursprünglich aus Leipzig", sagt Gerald Olschewski. Der Aufbauprozess beginnt bei ihm immer in der Woche zwischen dem Ewigkeitssonntag und dem 1. Advent. Während seine Frau für die Feinarbeiten zuständig ist, holt der 45-Jährige die Kisten aus dem Keller. "Wir bewahren im Keller auf, weil die Sachen auf unserem ungedämmten Boden zu sehr leiden würden", so der Musiker, der unter anderem mit dem Erzgebirgsensemble Aue auftritt und zu den Mitwirkenden der bekannten Erzgebirgsweihnacht gehört.

"Die Vorweihnachtszeit ist bei uns immer etwas stressig, Traditionen pflegen wir nach dem Terminkalender", gibt Olschewski zu.Am Heiligabend selbst und an den Weihnachtsfeiertagen wird bei ihm die Hausmusik gepflegt. "Meine Frau Andrea setzt sich dann ans Klavier, meine Tochter Franziska spielt Geige", sagt Vater Gerald, der selbst zur Blockflöte greift. "Ich mag dieses Instrument sehr und kann gar nicht verstehen, warum es als Kinderinstrument verschrien ist." Weihnachten ist für ihn nicht das Fest des Essens und der Geschenke. "Die eigentliche Weihnachtsgeschichte steht im Vordergrund." Daher gehört der Besuch der St.-Georgen-Kirche am Nachmittag zu den festen Gepflogenheiten - nicht nur weil Olschewski auch im Posaunenchor mitspielt.

"Nachdem wir dann wieder zuhause sind, gibt es Abendbrot." Auf den Tisch kommt zwischen 19 und 20 Uhr Kartoffelsalat und Würstchen. "Den Kartoffelsalat macht meine Mutter. Sie kommt uns, seit mein Vater gestorben ist, immer über die Weihnachtstage besuchen." Am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es den Festtagspökelbraten mit Kartoffelklößen. Einer darf zu keinem Weihnachtsfest fehlen: "Mein Lieblingsweihnachtsding ist der Räuchermann Lehrer Lämpel. Der gefällt mir einfach."