Woher haben "Franzkoop" und "Siss" ihre Namen?

Überlieferungen Das Spitznamen-Erbe der Ahnen

Lauterbach. 

Lauterbach. "Entschuldigen Sie, könnten Sie mir bitte sagen, wo die Familie Schönherr wohnt?", möchte ein Lauterbacher Passant von einem Ortskundigen wissen. Die Antwort des Befragten: "Gerne, wenn Sie mir deren Spitznamen nennen können? Ohne diesen kann ich Ihnen leider nicht helfen".

So passiert das oft im Marienberger Ortsteil Lauterbach. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich dort die Spitznamen erhalten. Der Lauterbacher Frank Friedrich hat schon fast 450 zusammengetragen, mit den heutigen Namen und Adressen verglichen und zu Papier gebracht. Über einen Teil davon wurde bereits in früheren Ausgaben berichtet. Nun soll weiter aufgeklärt werden.

"Dr Pulver-Mann", "Siss" und "De Leibscher, Christa"

Begonnen wird mit dem "Dörrhausbäcken, Karl", welcher eigentlich Karl Ullmann hieß. Er betrieb eine Bäckerei im Mitteldorf - der Gebäudekomplex wurde 2016 abgerissen - und seine Vorfahren stammten aus dem ehemaligen Dörrhaus in Richtung Kalkwerk. "De Leibscher, Christa" ist eine Rentnerin im Niederdorf und heißt Leibiger. "Barthelbäck, Erich" war die umgangssprachliche Bezeichnung für den Bäcker im Niederdorf, der eigentlich mit Nachnamen Walther hieß.

Beim "Siss" hieß es, wenn es um Heinz und Helene Süß ging. Im "Tampel" wurde und wird ein Teil in einer Lauterbacher Senke am unteren Ortsausgang genannt. Die kleine Anhöhe davor, bevor es hinab ins "Tampel" geht, wird als "Franzkoop" (Kuppe) bezeichnet. Und wie sollte es anders sein, wird die dort oben wohnende Dame immer noch unter "de Franzkoop-Maria" gefunden.

"Dr Pulver-Mann" (Schönherr, Manfred) wohnte im Mitteldorf und hatte einen Großvater, dem er diesen Spitznamen verdankte. Dr Pulver-Bruno (geb. 1889) hieß mit richtigen Namen Schönherr, soll aber in seiner Jugend einen Faible für Dynamit gehabt haben.