Wohnung in Bockau als Schulungszentrum der Feuerwehr genutzt

Feuerwehr Übungsplatz für Brandschutz und Erste Hilfe auf 80 Quadratmetern

Bockau. 

Bockau. Wo früher Mieter ein- und ausgegangen sind, werden jetzt Retter ausgebildet: Im Depot der Freiwilligen Feuerwehr Bockau befindet sich neuerdings ein Schulungszentrum für Brandschutz und Erste Hilfe.

Auf 80 Quadratmetern können sogar alltagsnahe Situationen nachgestellt werden. "Dafür haben wir ein Zimmer im Prinzip wie eine kleine Wohnstube eingerichtet", sagt Jörg Seeliger, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Feuerwehrwesens in der Gemeinde Bockau. Das simuliere den Moment des Einsatzes besonders authentisch. "Es hilft, sich im Ernstfall besser zurechtzufinden, weil man es ähnlich schon einmal durchgespielt hat. Das Gleiche gilt übrigens für das Bad. Wir nutzen es ebenso zu Übungszwecken", so Seeliger.

Gemeindewehrleiter Martin Wollny freut sich über die sinnvolle Nutzung der Dachgeschosswohnung. "Sie war ursprünglich das Domizil des Gerätewartes. Dann diente sie einigen Mietern als Übergangslösung und stand jetzt mehrere Jahre lang leer. Daher bot es sich an, sie für diese Zwecke herzurichten."

Dafür flossen über das Programm Leader zur Entwicklung des ländlichen Raums Fördermittel, insbesondere für die materielle Ausstattung. 12.000 Euro wurden in Summe investiert. 90 Prozent kamen als Zuschuss, 10 Prozent finanzierte der Feuerwehrverein. Die Mitglieder des zirka 60-köpfigen Vereins investierten außerdem viel Eigenleistung in das Vorhaben. "Es wurde gemalert und der Fußboden erneuert", zählt Seeliger auf und schätzt die Gesamtsumme, die der Verein in das Schulungszentrum einbrachte auf etwa 5000 Euro. "Es waren so um die 300 Arbeitsstunden."

Neben dem Trainings-Wohnzimmer gibt es einen großzügigen und hellen Schulungsraum mit Leinwand, Tafel, Beamer und Übungsutensilien wie Torso-Puppe und Defibrillator für Intubation, Reanimation sowie Erste Hilfe in all ihren Facetten. "Man kann sich auch einmieten", sagt Wollny.

Neben dem Training für die First Responder sollen Kita- und Grundschul-Knirpse in den Räumen lernen, wie sie anderen in Notlagen helfen können. "Für Senioren wollen wir ebenso etwas anbieten", sagt Wollny und ist dankbar für die Unterstützung seitens des Feuerwehrvereins.