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Erzgebirge

Wolkensteiner Bügeleisen kurbelt kulturellen Austausch an

Projekt Museologin setzt beim "Objekt des Monats" vor allem aufs Feedback

Wolkenstein. 

Wolkenstein. Trotz geschlossener Türen wahrt das Museum von Schloss Wolkenstein den Kontakt zur Öffentlichkeit. Möglich wird das durch ein Projekt, das Mitarbeiterin Sandra Dürschmied vor ziemlich genau einem Jahr ins Leben gerufen hat. Regelmäßig wählt die Museologin ein "Objekt des Monats" aus, das sie dann mithilfe verschiedener Plattformen im Internet sowie im Amtsblatt präsentiert. Damit schiebt sie einen Austausch an, der - egal, ob er auf digitaler Ebene oder per Telefon erfolgt - allen Beteiligten weiterhilft.

Karbidlampe weckt Erinnerungen

Nicht nur die Leser und Betrachter, die sich für die präsentierten Objekte interessieren, lernen dazu. Nicht selten kommt es vor, dass auch Sandra Dürschmied wichtige neue Informationen erhält. Obwohl die 31-Jährige natürlich zu jedem Ausstellungsstück zuvor recherchiert und beispielsweise Angaben zur jeweiligen Kunstepoche macht, so bleiben auch für so manche individuellen Details oder Hintergründe zunächst im Verborgenen. Angeregt durch das "Objekt des Monats" melden sich dann aber mitunter Menschen, die interessante Geschichten zum jeweiligen Thema erzählen können. "Zum Beispiel hatte ich mal eine Karbidlampe aus dem Bergbau vorgestellt, woraufhin sich der Sohn eines Steigers bei mir meldete und von einem besonderen Erlebnis erzählte", so die Museologin. Aus einer scheinbar gewöhnlichen Sprengung wurde plötzlich eine im wahrsten Sinne des Wortes brandheiße Situation. Da die Gaslampe vorzeitig ausgegangen sei, konnten nicht alle Lunten der geplanten Sprengung gezündet werden.

Neue Motivation

Welche Storys ihr zum aktuellen "Objekt des Monats" erzählt werden, darauf ist Sandra Dürschmied schon ganz gespannt. Ausgewählt hat sie diesmal ein über 100 Jahre altes Bügeleisen, das aus der Zeit des Jugendstils stammt. "Es funktioniert mit einem Stein, der zuvor im Holzofen erhitzt werden musste", erklärt die Museologin, nach deren Angaben das Gewicht von Eisen und Stein in Summe sehr nützlich war: "Damit wurde die Kleidung platt gedrückt." Das Thema Reinigung hat sie diesmal ausgewählt, weil der April perfekt zum Frühjahrsputz passt. "Die Wintermüdigkeit verschwindet und die Sonne sorgt für neue Motivation", sagt die 31-Jährige, die mit ihrem Projekt ebenfalls motivieren will. Entstanden sei es übrigens nicht aufgrund der Corona-Pandemie. "Ich hatte diese Idee schon vorher im Kopf", sagt Sandra Dürschmied in der Hoffnung auf viele weitere interessante Geschichten.



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