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Wolkensteiner Bürgermeister ist für "gesamtgesellschaftliche Gelassenheit"

Vision "Wichtig wird für alle sein, dass wir die Solidargemeinschaften in den Orten halten. Dafür ist Toleranz nötig. Wir werden es als Gesellschaft schultern müssen."

Wolkenstein. 

Wolkenstein. Das neue Jahr ist quasi in die Tage gekommen. Doch noch immer lohnt es sich auf ein denkwürdiges 2020 zurückzublicken. Auch für Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing: "Trotz der Einschränkungen haben wir viel erreicht. Die Hochwasserbaumaßnahmen 2013 sind baulich abgeschlossen und auch in der Sanierung der Außenhülle des Schlosses, sind wir sehr weit gekommen. Zudem hat die Stadt eine viertel Million Euro an Schulden abgebaut. Im Heilbad gab es viele Vorarbeiten für künftige Ansiedlungen. Es könnte so richtig losgehen, wenn das Gesundheitslicht von Warmbad nicht zugunsten von Couch, Chips und Alkoholkonsum umgeleitet worden wäre. Das Baugebiet 'An der Butterleithe' geht seiner Füllung entgegen. Bauwillige suchen weiter Grundstücke und wir suchen weiter nach Investoren für Entwicklungsschritte."

Vom Tourismus Aufschwung im Sommer ist nun nichts mehr übrig

In den letzten Jahren konnte sich Wolkenstein mit seinen Ortsteilen über fast 150.000 Gäste freuen. Nun sind in Warmbad Therme und Hotel sowie alle zwölf Gasstätten und die sieben Cafés geschlossen. Für Wolfram Liebing ist dies eine schlimme Situation: "Ich denke, dass die Gastronomen durch die Sommeröffnung etwas Luft geschöpft haben, doch bei den meisten ist die Luft schon wieder raus. Mal sehen, wie traurig das Erwachen ist. Was mich als Mensch umhertreibt und leid tut, ist, mit welchen Problemen sich Unternehmerfamilien befassen müssen. Wir sind Welterbe und Chemnitz soll Kulturhauptstadt werden. Da wäre es doch schön, es gäbe noch Gaststätten, Hotels und Kultur. Nichts ist schlimmer, als wenn die Besucher mit einer Negativmeinung nach Hause fahren."

Und das Stadtoberhaupt fügt hinzu: "Liebe Gastronomen, Hotel- und Pensionsbetreiber, Kleinunternehmer, Künstler, wir wünschen euch eine Zukunft, damit wir auch eine Zukunft haben. Doch vor allem wünsche ich mir eine gesamtgesellschaftliche Gelassenheit. Wichtig wird für alle sein, dass wir die Solidargemeinschaften in den Orten halten. Dafür ist Toleranz nötig. Wir werden es als Gesellschaft schultern müssen.