Wünschensdorfer Abwasserproblem ist gelöst

Kläranlagen Verein erreicht Unabhängigkeit

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Rainer Süß und Heinz Schubert (v.l.) an einer der Kläranlagen in der Neunzehnhainer Straße. Foto: Jan Görner

Wünschendorf. Das Problem des Wünschendorfer Abwassers ist buchstäblich geklärt. Nach einem Jahre langen Kampf mit dem Abwasserzweckverband und Behörden hat die Bürgerinitiative um Rainer Süß insgesamt 100 Grundstücke anschließen können. 60 weitere Eigentümer von Grundstücken haben andere Lösungen zum Klären ihres Abwassers gefunden.

Mitglieder zahlten je 3.800 Euro

Gemeinsam betreiben die 100 als wirtschaftlicher Verein zehn modernste biomechanische Kläranlagen. Je nach Leistung sind zwischen drei und 15 Grundstücken pro Anlage angeschlossen. Bei der Technik haben die Wünschendorfer Wert auf Qualität gelegt. Diese kommt aus England und entspricht den neusten Standards. So kann das geklärte Wasser bedenkenlos in den Dorfbach eingeleitet werden. Nicht einen Meter Leitung des Abwasserzweckverbandes müssen die Grundstückseigentümer aus diesem Grunde nutzen.

Rücklagen sichern Unabhängigkeit

"Von alleine ist das nicht geworden", versicherte Rainer Süß. Allein 6.700 Stunden haben die Mitglieder in den Bau der Leitungen gesteckt. 6,6 Kilometer ist das Leitungsnetz insgesamt lang. Einen wesentlichen Teil der Arbeitsstunden leistete Heinz Schubert. Solidarität ist dem Verein enorm wichtig. Wer nicht in der Lage war mitzubauen, konnte sich auf die Hilfe der anderen verlassen. Jeder zahlte 3.800 Euro an den Verein.

Der unterschiedliche Bauaufwand spielte dabei keine Rolle. Auch die Unterhaltung erfolgt solidarisch. Pro Bewohner werden jährlich 60 Euro fällig. Davon gehen 20 Euro in Rücklagen. Auf diese Weise bleibt der Verein auf lange Sicht von den Preisentwicklungen des Abwasserzweckverbandes unabhängig.