Heute wird es für Rennrodlerin Julia Taubitz so richtig ernst bei Olympia. BLICK.de-Redaktionsleiter Marcus Hansel sprach im Vorfeld der Olympischen Spiele mit ihr über Adrenalin, ihre Ambitionen und das große Darts Event Ende März in Chemnitz.
Vom Eiskanal ans Dartboard: Was hilft dir beim Darts mehr - die mentale Stärke aus dem Rodelsport oder einfach der Spaß am Spiel?
"Beides", sagt Julia Taubitz und muss selbst ein bisschen schmunzeln. Vor allem beim ersten Auftritt habe sie gemerkt, wie viel ihr der Leistungssport auch abseits des Eiskanals bringt. "Letztes Jahr war ich extrem nervös, als ich den ersten Pfeil des Abends werfen durfte", erinnert sie sich. In diesem Moment habe sie auf Routinen zurückgegriffen, die sie aus dem Rodelsport kennt: Atmung, Fokus, Ruhe bewahren.
"Da haben mir meine mentale Stärke und meine Atemübungen wirklich sehr geholfen", sagt sie - auch wenn beim Promi-Darts natürlich der Spaß im Vordergrund steht.
Kommt Julia Taubitz im März als Olympiasiegerin nach Chemnitz?
Die Weltcups sind inzwischen beendet - und Julia Taubitz fährt als Gesamtweltcupführende zu den Olympischen Spielen. Der volle Fokus liegt nun auf dem Saisonhöhepunkt, auf den alles ausgerichtet ist. Und was Chemnitz betrifft, da wird sie ein bisschen vorsichtig - und dann doch sehr deutlich: "Am liebsten würde ich euch eine Medaille ganz stolz in Chemnitz präsentieren", sagt Taubitz.
Beim Rodeln entscheidet oft eine Hundertstel - beim Darts darf man auch mal danebenwerfen. Wie schwer fällt das einer Perfektionistin?
Ganz leicht ist das für sie nicht. "Mir fällt es schon schwer, daneben zu werfen", gibt Taubitz offen zu. Der Anspruch an sich selbst sei hoch - egal ob im Eiskanal oder vor dem Dartboard. "Ich möchte dann schon schnellstmöglich besser werden und am liebsten all das treffen, was ich mir vorgenommen habe." Umso hilfreicher sei dabei ihr Teampartner: "Max ist da auch ein super Trainer", sagt sie und lacht.
Titelverteidigerin: Du hast das Promi-Darts im vergangenen Jahr mit Max Hopp gewonnen. Ist der Druck diesmal größer oder gehst du entspannter an die Sache heran?
Großen Druck verspürt Taubitz nicht. Ihr Ansatz bleibt derselbe wie beim Premierensieg: "Ich gehe ähnlich ran wie das letzte Mal - mit ganz viel Spaß und Freude." Natürlich sei da auch Ehrgeiz, aber eher leise. "Der Gedanke an den Sieg ist eher so klein im Hinterkopf", sagt sie augenzwinkernd.
Der Fokus liege klar darauf, den Abend zu genießen.
Kontrastprogramm: Adrenalin bei 140 km/h im Eiskanal oder Entscheidungsdart vor Publikum - was bringt dein Herz mehr zum Rasen?
Beides auf ganz unterschiedliche Weise. Im Eiskanal ist es die rohe Geschwindigkeit, die volle Konzentration auf jede Bewegung, jede Kurve. Beim Darts dagegen ist es die Stille vor dem Wurf, der Blick des Publikums, der eine Moment, in dem alles zusammenkommt.
Zwei Welten - und doch erstaunlich nah beieinander. Denn egal ob Eis oder Bühne: Am Ende geht es für Julia Taubitz immer darum, mit dem Druck umzugehen - und genau darin fühlt sie sich inzwischen ziemlich zu Hause.
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