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Rasch über das Brücklein und den Steig hoch – schon waren die Nutzer im anderen Teil des Dorfes. Foto: Jana Kretzschmann
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Steg soll dauerhaft aus dem Dorfbild verschwinden – Anwohner sehen das nicht ein
Wie heißt es doch so schön? „Über jedes Bacherl geht a Brückel.“ So auch im beschaulichen Örtchen Lauterbach, wo der Dorfbach auch durch den sogenannten „Tampel“ fließt. Vor über 150 Jahren hatten die fleißigen Leute des Dorfes eine einfache, aber geniale Idee. Sie bauten eine kleine Brücke, um schnell und bequem von ihren Häusern auf die andere Seite zum Arbeitsplatz in der nahegelegenen Holzfabrik zu gelangen. Zeit sparen und beschwerliche Wege vermeiden – das war der Plan. Und er ging auf.
„Es handelt es sich um einen Verbindungssteig mit eigener Flurstücksnummer – ein öffentlicher Weg, möglicherweise sogar öffentlich gewidmet und im Besitz der Stadt Marienberg“, erklärt Anwohner Roland Schönherr. Die nachfolgenden Generationen nutzen diesen Steg dankbar und schätzen seine praktische Bedeutung bis heute.
Doch jetzt sorgt genau diese Brücke für Gesprächsstoff – und zwar nicht zu ihrem Vorteil. In einer Ausgabe des HERZOG, dem Amtsblatt der Stadt Marienberg vom 14. März 2026, wurde bekanntgegeben, dass die Nutzung des Steiges endgültig unterbunden werden soll. Schlimmer noch: Nach einer Brückenprüfung droht der kleinen Brücke sogar der Abriss. Warum das? Für viele Anwohner ist das unverständlich. Sie fragen sich, ob es die Kosten für die Prüfungen alle sechs Jahre sind (die immerhin 1.500 Euro betragen), die die Stadt zum Handeln bewegen – oder ob es andere Gründe gibt.
Dabei zeigte ein aktueller Brückentest, dass die Konstruktion weder wackelt noch knarrt – sie ist also keineswegs marode. „Wir haben diesen Beitrag mit Befremden gelesen“, sagt Herr Schönherr. „Viele Urlauber und wir Einwohner fragen uns, warum nicht eine bürgernahe Lösung gefunden wird.“ Denn eine Alternative zur 2,50 Meter breiten Brücke gibt es schlichtweg nicht, vor allem nicht für ältere Menschen oder jene mit eingeschränkter Mobilität.
Die Anwohner hoffen nun auf ein offenes und konstruktives Gespräch mit Oberbürgermeister André Heinrich, der sich auf ihren Besuch freuen darf. Es soll auf Augenhöhe gesprochen werden, damit die Brücke nicht zum Zankapfel wird, sondern weiterhin ein verbindendes Element im kleinen und liebenswerten Lauterbach bleibt. Schließlich zeigt die Geschichte, dass manchmal die kleinen Brücken den größten Wert haben.
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