Zehnjährige wird Bürgermeisterin

Projekt Grundschüler sollen Demokratie kennenlernen

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Nikita Ihle (l.) und Josy Mohr (r.) sind die ersten Kinderbürgermeisterinnen der Stadt Thalheim. Foto: ERZ-Foto/Georg Ulrich Dostmann

Thalheim. Um die Grundsätze der Demokratie schon Kindern beizubringen, hat sich die Grundschule Thalheim bei dem Förderprojekt "Demokratie im Kinderland" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung mit der Idee eines Kinderbürgermeisters beworben. Ursprünglich stammt der Einfall aus der Partnergemeinde Markt Roßtal, wo es bereits seit mehreren Jahren einen Kinderbürgermeister gibt. Die Schule ging als einer von vier Siegern aus dem Wettbewerb hervor und erhält nun jährlich 5000 Euro Fördermittel.

Nikita wird Bürgermeisterin

Die neue Kinderbürgermeisterin Nikita Ihle wurde von den Zweit- bis Viertklässlern der Schule gewählt und hat eine zweijährige Amtszeit vor sich. Anfang Dezember 2018 gewann die Zehnjährige die Wahl mit 54 von 101 Stimmen. Die Viertklässlerin wird zukünftig von der neunjährigen Josy Mohr als Stellvertreterin unterstützt. "Wir haben uns zur Wahl aufstellen lassen, um mitzureden, uns für Kinder einzusetzen und um Vorschläge in den Stadtrat zu bringen. Außerdem fanden wir die Aufgabe spannend", erklären die beiden Mädchen.

Zukünftig sollen sich die Schüler drei- bis viermal pro Jahr mit ihren Klassensprechern treffen, um ihnen mitzuteilen, was ihnen wichtig ist. Diese sollen dann die Vorschläge an die Kinderbürgermeisterinnen weitergeben, die künftig im Stadtrat ein Rederecht haben, wo sie die Ideen vorstellen werden. Außerdem soll ein Kinderbürgermeisterbriefkasten aufgestellt werden. "Mit den Fördermitteln sollen die kleinen Ideen der Schüler auch umgesetzt werden. Es wurden konkret schon Beamer und Leinwände gekauft", sagt Sylvia Schlicke. Die 49-Jährige ist die Quartiersmanagerin im Förderprogramm Soziale Stadt sowie die Ansprechperson für die beiden Mädchen.