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Zeichen stehen auf Neuanfang

Fußball Anhänger des FC Erzgebirge Aue stärken ihrem Verein den Rücken

Zuerst der Abstieg und dann der Trainerrücktritt - beim FC Erzgebirge Aue ist aktuell nichts mehr, wie es einmal war. Den Abstieg verglich Veilchen-Präsident Helge Leonhardt mit einer Zugfahrt. "Wir sind vom Intercity auf den Güterzug umgestiegen", so Leonhardt und meinte damit vor allem die finanziellen Möglichkeiten. Der Etat des FC Erzgebirge Aue halbiert sich und trotzdem muss nun zunächst ein fähiger Trainer gefunden werden.

Unter den Anhänger der Lila-Weißen herrscht Unruhe. Rainer Wiesner aus Beiefeld, hat Trainer Tommy Stipic im Trainingslager in der Türkei kennengelernt: "Sein Optimismus, seine Euphorie und auch seine Verbundenheit zum Verein haben mich überzeugt." Seinen Weggang kann der FCE-Sponsor nicht wirklich nachvollziehen. "Ich hatte gedacht, dass er weitermacht. Die Mission Klassenerhalt ist zwar gescheitert, doch er wäre jetzt in der Pflicht gewesen, die Karre wieder mit aus dem Dreck zu ziehen." Der 63-Jährige hatte große Hoffnungen, dass mit Stipic der Wiederaufstieg gelingen könnte. "Nun hängt vieles an der Trainerwahl. Der FC Erzgebirge benötigt einen Trainer, der unbeleckt ist und trotzdem zum Erzgebirge passt." Ähnliches gelte auch für die Spieler: "Ich hoffe, dass man einige Kämpfertypen, wie Paulus, Klingbeil und Männel, halten kann."

Heiko Hambeck, der Fanbeauftragte: "Die Stimmung unter den Fans ist nach dem Abstieg bedrückt." Die Enttäuschung über den so knapp verpassten Klassenerhalt überwiegt. "Unser Blick geht aber nach vorn. Es gibt jetzt einen richtigen Schnitt und einen kompletten Neuanfang." Positiv ist, dass die Fans hinter ihrem Verein stehen. Die Mitgliederzahl ist extrem nach oben gegangen.

Jochen Teumer aus Raschau verfolgte die Ereignisse im Lößnitztal aufmerksam. "Vom Trainer bin ich sehr enttäuscht", kommentierte Teumer Stipics Weggang: "Vor allem auch, weil er nach dem Spiel heulend herumgelaufen ist und groß verkündet hat, dem Verein die Treue zu halten." Doch vor Stipics Leistung hat Teumer Respekt: "Was er seit der Winterpause mit den Neueinkäufen gemacht hat, war richtig gut. Streckenweise haben sie sogar einen attraktiven Fußball gespielt." In Sachen neuer Trainer will der Raschauer, der viele Jahre selbst Fußball gespielt hat, die Erwartungen nicht zu hoch schrauben: "Für einen Ostverein ist es in dieser Situation leider eine Frage des Geldes. Es geht nicht darum, wen man sich vorstellen kann, sondern vielmehr darum, wen man sich leisten kann." Die Trainer, die in der Vergangenheit etwas im Erzgebirge bewegt haben, stehen - aus Teumers Sicht - leider nicht zur Verfügung. "Sie wären aber sicherlich eine gute Alternative zu Stipic."