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Sachsen

Zschopauer Händler setzen knallige Zeichen

Aktionsbündnis Plakate sollen Fokus auf wichtige Probleme richten

Zschopau. 

Zschopau. Auch wenn die Läden im mittleren Erzgebirge weiterhin geschlossen bleiben, so tut sich doch einiges in den Schaufenstern. Markante Plakate mit knalligen Farben sind in mehreren Geschäften zu sehen, auf denen geschrieben steht: "Wir gehen mit_unter". Hierbei handelt es sich um ein Wortspiel des Aktionsbündnisses Freundschaftsdienst, das bereits vor einigen Wochen mit einer ähnlichen Kampagne für Schlagzeilen gesorgt hatte. "Wir machen auf_merksam" lautete damals der Slogan, der durchaus Wirkung zeigte.

Wenn der Vor- zum Nachteil wird

"Es gab ein großes Medienecho. Einige Politiker wie Boris Palmer haben darauf reagiert", sagt Robert Hähnel. Der Vorsitzende des Gewerbevereins "Unser Zschopau" beteiligte sich bereits an der ersten Initiative - und ist nun wieder mit dabei. "Weil dadurch der Fokus auf das Problem gerichtet wird." Und das bestehe darin, dass die angebotenen Hilfsmaßnahmen der Politik "bei weitem nicht ausreichen". Der Betreiber eines Möbelladens spricht aus Erfahrung, denn in seinem Fall war der Umsatzrückgang nicht stark genug, um Unterstützung zu beantragen. Als Problem erweise sich für einige Geschäfte auch, dass sie im Dezember zu lange geöffnet waren. Und auch in der Gastronomie erweise sich ein vermeintlicher Vorteil in gewisser Weise auch als Nachteil. So werde der aufwendige Außer-Haus-Verkauf von Gaststätten und Restaurants gegengerechnet.

Angestelle diesmal im Fokus

Diskutable Gründe bei der Abweisung von Anträgen sorgen ebenso für Stirnrunzeln wie die Verzögerung bei der Auszahlung von Hilfsgeldern. "Einige müssen so lange auf ihr Geld warten, dass dadurch ihre Liquidität am Ende ist", so Hähnel. Miete, Strom und Versicherung müssten schließlich ebenso weiter gezahlt werden wie zumindest ein Teil der Gehälter. Neben Unternehmern, auf deren Probleme die erste Kampagne des Aktionsbündnisses aufmerksam machen sollte, haben auch die Angestellten zu leiden. Deren schwierige Situation wird nun durch die Aktion "Wir gehen mit_unter" in den Fokus gerückt. Mit Querdenkerei oder Kritik an den Corona-Verordnungen habe das nichts zu tun. Vielmehr sei die Aktion als Mahnung und Erinnerung an die Politiker gedacht, Zusagen auch einzuhalten.