Zschopauer Stadtcafé soll erhalten bleiben

Sanierung Stadtrat entscheidet sich nach langer Diskussion für Unterstützung von Investor

Viele gehen daran vorbei, aber längst keiner mehr hinein. In das Zschopauer Stadtcafé, das seit Jahren vor sich hin dämmert, wird aber schon bald wieder Leben einkehren. Zunächst einmal in Form von Arbeitern, die das einsturzgefährdete Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, sichern und für den Winter vorbereiten. Ausschlaggebend war eine Entscheidung des Stadtrates, die sich nach längerer Diskussion für die Unterstützung eines Investors aussprach. Toralf Zinner von der Denkmalgut Projektentwicklungsgesellschaft will Anfang 2017 mit der Sanierung des Stadtcafés beginnen. Als Zinner an dem gelben Gebäude das Schild "Objekt zu verkaufen" sah und später vom Beschluss eines Förderprogramms erfuhr, ergriff er die Initiative. Einerseits fühle er sich als gebürtiger Erzgebirger mit der Region verbunden. Andererseits hat er speziell in Leipzig viele Erfahrungen bei ähnlichen Projekten gesammelt. "Das ist ein Spezialgebiet, das ich seit 15 Jahren beackere", so Zinner. Erst kürzlich habe er in Torgau den Erhalt eines Gebäudes aus dem Mittelalter gesichert. Es wurde Wohnraum geschaffen, so wie er im Stadtcafé entstehen könnte. Über die Sanierungsvereinbarung, die Oberbürgermeister Arne Sigmund mit Zinner schließt, wurde jedoch heiß diskutiert. Einige Stadträte hegten Zweifel, dass die Sanierung tatsächlich gelingt. Letztlich führte ein zusätzlicher Paragraph zum Kompromiss. Demnach muss Zinner dem Stadtrat bis 31. Mai 2016 ein Nutzungs- und Finanzierungsprojekt vorlegen. Unter dieser Bedingung wurde die Vereinbarung abgenickt. Die Investoren erhalten somit einen Zuschuss von 140.000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz". 112.000 Euro trägt der Freistaat, 28.000 Euro die Stadt.