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Zschorlauer Dreieckrennen lebte als Klassik-Veranstaltung wieder auf

MOTORSPORT Neubeginn vor 25 Jahren

Zschorlau. 

Zschorlau. Zeitgleich mit dem 40-jährigen Jubiläum des 1957 gegründeten MC Wismut Aue, aus dem nach der Wende der 1. Auer MSC wurde, und 35 Jahre nach dem Startzeichen zum 1. Zschorlauer Dreieckrennen wurde am 21. September 1998 das Zschorlauer Dreieckrennen wieder aufleben gelassen.Von 1962 bis 1966 veranstalte der Auer Motorsportclub in Zschorlau fünf Nachwuchsrennen zur Bezirksmeisterschaft des damaligen Bezirkes Karl-Marx-Stadt. Da auch an die damals üblichen Straßenrennkurse immer höhere Sicherheitsanforderungen gestellt wurden, stand für das Zschorlauer Dreieck der Aufwand zum Nutzen irgendwann in keinem annehmbaren Verhältnis mehr, so dass der Club sich entschloss, das Dreieckrennen nach 1966 kein weiteres Mal zu organisieren.

 

Mutiger Schritt

Für 1998 fassten sich die wagemutigen Verantwortlichen des 1. Auer MSC mit Hilfe ihres Clubmitgliedes Heinz Rosner, der als ehemaliger MZ-Werksfahrer in der Weltmeisterschaft über die Landesgrenzen bekannt war und ist und über gute Kontakte verfügte, ein Herz und erweckten mit der "1. Demonstrationsfahrt für historische Rennfahrzeuge auf dem ehemaligen Dreiecks-Rennkurs" ihre alte Veranstaltung zu neuem Leben.Die ehemalige Strecke wurde teilweise wieder genutzt, allerdings auf ca. 1,1 km verkürzt. Sie führte nun über die neue Gewerbegebietsstraße vorbei am Autohaus Groß und Vogt bis hin zum Autohaus Zimpel. Von da aus geht es links ab weiter hinauf zum Kuchenhaus und über die Landstraße Richtung Burkhardtsgrün um das Autohaus Mätzke herum wieder zurück. Das Fahrerlager befand sich auf dem Parkplatz des ECE-Einkauf-Centers.

 

Doppel-Comeback

8.000 Zuschauer, von Hamburg genauso wie aus dem Schwabenland, konnten die 46 Clubmitglieder zur Premiere am 21. September 1997 bei herrlichem Spätsommerwetter begrüßen, und bei den Fahrern sah man gute alte Bekannte, die schon in den 1960er Jahren hier am Gasgriff drehten. Neben Heinz Rosner, der seine 350er MZ gleich mal auf rund 240 km/h beschleunigte, waren das Gernot Weser, Erhard und Rainer Pommer und viele mehr.Die zunächst vier ausgeschriebenen Klassen (Sport- und Rennmotorräder der Baujahre bis 1949, von 1950 bis 1969 und von 1970 bis 1995 sowie die Seitenwagen) waren fürs erste Mal schon recht gut gefüllt. Dazu drehte unter anderem der Schlemaer Manfred Günther in seiner Formel-B8-"Waschmaschine" seine Runden.Ein ganz anderes Comeback feierte Lutz Weidlich. Der Streckensprecher des DDR-Rennsports und später selbst erfolgreich aktive Trabant-Rennfahrer hatte rund 20 Jahre zuvor seine Redekunst bei Rennveranstaltungen aus politischen Gründen einstellen müssen und sich vermehrt um die berufliche Entwicklung gekümmert. Doch der 1. Auer MSC reaktivierte den anerkannten Fachmann anlässlich der 1. Demonstrationsfahrt für historische Rennfahrzeuge auf dem Zschorlauer Dreieck.

 

Ex-Weltmeister gaben sich die Klinke in die Hand

In den Folgejahren verbesserte der 1. Auer MSC die Veranstaltung und bot seinen Besuchern immer wieder hochkarätige Ehrengäste und konnte schon etliche Weltstars bei seinem Zschorlauer Dreieckrennen als Klassik-Veranstaltung begrüßen. So zum Beispiel die Solo-Rennfahrer Giacomo Agostini, Carlo Ubbiali, Phil Read, Jim Redman, Luigi Taveri, Dieter Braun, Freddie Spencer, Carlos Lavado, Pier Paolo Bianchi, Jan de Vries sowie die Ex-Gespann-Champions Rolf Steinhausen und Werner Schwärzel, um nur die mit Weltmeistertiteln dekorierten zu nennen. Hinzu kamen unzählige Grand-Prix-Sieger und anderweitige Renn-Prominenz. Auch Größen des DDR-Rennsports waren Jahr ein Jahr aus gern gesehene und geschätzte Gäste. So war zum Beispiel der unvergessene, leider viel zu früh verstorbene Ralf Waldmann ein Dauergast in "Zschorl".Im ersten Corona-Jahr 2020 fiel auch das Zschorlauer Dreieckrennen den Corona-Maßnahmen zum Opfer und 2021 führte man, leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eine Mini-Ausgabe für Fernsehaufnahmen durch. In diesem Jahr kam es nun zum 25. Zschorlauer Dreieckrennen für historische Rennfahrzeuge. Sicherlich war dies nur ein weiterer Zwischenschritt in eine weiterhin goldene Zukunft.

 

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