Zugewanderte erzählen von ihrem Weg

Ausstellungseröffnung zwei Jahre Welcome Center Erzgebirge

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Daniela Claus und Christopher Wagner laden zur Schau ein. Foto: I. Ruck

Erzgebirge. Im Erzgebirge ist das Thema Zuwanderung längst angekommen, vor allem in den Köpfen der Unternehmer, die künftig mehr denn je auf Fachkräfte aus anderen Regionen Deutschlands oder dem Ausland angewiesen sind. Manche haben hier bereits eine attraktive Arbeit gefunden, bringen ihr berufliches Können und Fachwissen in erzgebirgische Firmen ein und werden von ihren neuen Kollegen geschätzt. Andere Fachkräfte aus Deutschland und der ganzen Welt haben das Thema Zuwanderung ins Erzgebirge fest auf dem Plan und sind für Unterstützung dankbar.

Welcome Center Erzgebirge als erste Anlaufstelle

Seit Juli 2016 hat sich deshalb das Welcome Center Erzgebirge als Lotse und erste Anlaufstelle zwischen den Unternehmen, den Neuankömmlingen und den Institutionen etabliert. Denn Ankommen und heimisch werden ist eine Aufgabe für alle Seiten. Zur Eröffnung der Ausstellung "In Sachsen arbeiten wollen, können, dürfen ..." des IQ Netzwerkes Sachsen im Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg, erzählten Zuwanderer von Erfahrungen auf ihrem Weg. Deutlich wurde: das Erzgebirge hat viele positive Beispiele gelungener Integration.

Erzgebirgisch als Anfangsschwierigkeit

Der südafrikanische Koch Ricardo Basjan zog der Liebe wegen von Kapstadt ins Erzgebirge - und das, obwohl er nie vorhatte seine Heimat zu verlassen. Noch zuhause absolvierte er das Sprachlevel A1, fühlte sich gut gerüstet und spürte im Erzgebirge schnell: "Hier wird kaum hochdeutsch gesprochen, die Sprachbarriere ist enorm". "Um heimisch zu werden, braucht man einen eigenen Willen dazu. Man muss sich den Menschen hier zuerst selbst öffnen, um auch offen empfangen zu werden. Wenn man die Erzgebirger für sich gewonnen hat, zeigen sie sehr viel Herz", weiß auch der Franzose Marc Jolly, der mit seiner Familie einst als Entwicklungsingenieur auf Zeit zu Norafin Industries nach Mildenau kam. Die Ausstellung porträtiert 13 Menschen aus 12 Ländern. Geöffnet ist noch bis 13. Juli. Infos gibt's unter Tel.: 03733 145109.