Zur Jahreswende bei den Schafen

Berufung Jan Raupach ist ein halbes Jahr auf der Weide

Seit einigen Tagen ist er an den Hängen zum Ziegenberg mit seiner Herde zu sehen - Schäfer Jan Raupach aus Zschorlau. "Ich werde auch über die Feiertage und zu Neujahr mit meinen über 300 Schafen das herrliche Wetter nutzen, um die Weiden von ihnen abgrasen zu lassen", meint der 47-Jährige. Gerade hat er einigen Tieren die Hufe sauber geputzt, während die Schäferhunde die übrigen Schafe im Auge behalten. "Beim Laufen auf modrigem Boden sammeln sich mit der Zeit Gras und Kot zwischen den Zehen der Hufe an, die zu einem Tonkeil aushärten können. Das gleiche Gefühl, für die Tiere, als wenn wir Menschen mit einem Steinchen im Schuh umherlaufen müssten", erläutert Raupach. Das kann zu Entzündungen führen, deshalb wird der Keil entfernt, der Huf desinfiziert und glattgeschnitten. Nach einigen Tagen ist alles wieder in Ordnung.

Die beiden Hunde der Rasse Bayrische Alpenhütehunde laufen am Tag acht bis zehn Stunden viele Kilometer entlang ihrer zugewiesenen Grenzen. Raupach hält deshalb noch einen dritten Hund in Reserve bereit. Der Arbeitstrieb ist vererbt. Die Welpen müssen also bereits die Gene in sich tragen, sonst werden sie sich kaum als Hütehunde eignen. "Das ist oftmals ein Griff ins Leere", meint der Schäfer, weil man die Eigenschaft oft erst später genauer erkennt.

Jan Raupach ist mit seinen Tieren mindestens sechs Monate im Jahr im Freien unterwegs. Auch bei 30 Zentimeter Schnee, wenn die Tiere noch das Gras freischarren können. Das Wetter spielt bei ihm eine untergeordnete Rolle. Untergebracht sind die Schafe hier in Zwönitz in einem Nachtpferch mit Elektrozaun und bewacht von weißen Herdenschutzhunden der Rasse Pyrenäen-Berghunde. Diese laufen innerhalb der Herde und schützen die Schafe zum Beispiel auch vor wilden Tieren wie Wölfen oder "zweibeinigen Räubern". Begegnet ist der Schäfer zwar noch keinem Wolf, aber er weiß, dass er da ist. Aus diesem Grunde hat er sich vor über drei Jahren die Hütehunde zugelegt.