• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Zwölf Spiele, elf Siege: Schädlich schafft das erste lila-weiße Fußballwunder

Aufstieg Gerd Schädlich steigt mit dem FCE auf und mischt die 2. Liga auf

Aue. 

Aue. Was wäre, wenn Gerd Schädlich nie beim FC Erzgebirge Aue angeheuert hätte? Hat es genau diesen akribischen Fußball-Lehrer gebraucht, der so fest in der Region verwurzelt ist, um 2003 das Wunder von Aue Wirklichkeit werden zu lassen? Die Leistung des heute 69-Jährigen kann gar nicht hoch genug eingestuft werden.

Erster Kontakt bereits ein halbes Jahr vor Dienstantritt

Erste Kontakte zwischen Schädlich und den Vereinsbossen gab es in der Winterpause 98/99. Damals waren drei Kandidaten im Gespräch. Letztendlich legten die Entscheidungsträger fest, dass Lutz Lindemann weitermacht. "Am Ende der Saison hat mich Bertram Höfer kontaktiert", erinnert sich Schädlich, der zu diesem Zeitpunkt in Hoyerswerda unter Vertrag war. "Wir haben uns im Schloss Wolfsbrunn getroffen, hatten gute Gespräche." Am 1. Juli 1999 stellte der FCE Gerd Schädlich als Cheftrainer vor. An seine Seite rückte Holger Erler als Co-Trainer.

In der Saison 2002/03 verbrachten die Lila-Weißen das erste Mal ein Trainingslager auf Mallorca. "Anschließend haben wir zwei Spiele in den Sand gesetzt", sagt Schädlich. Was danach kam, hat niemand vergessen: In den noch folgenden zwölf Partien siegte der FCE unter Schädlich elfmal, Nur gegen Rot-Weiß Essen gab es eine Niederlage. "Das hat dann eine Eigendynamik gewonnen", beschreibt der Fußballlehrer das Erlebte. Bereits am vorletzten Spieltag auswärts beim Dresdner SC wurde der Aufstieg perfekt gemacht. Jörg Emmerich, Kapitän Petr Grund, Matthias Heidrich und Marco Kurth avancierten zu Aufstiegshelden. Zu einigen hat Schädlich bis heute Kontakt. "Sie rufen noch zum Geburtstag an."

Auch in Liga 2 geht es weiter nach oben für den FCE

Nach dem Aufstieg mischte Schädlichs Team die 2. Fußball-Bundesliga auf. Der "Abstiegskandidat" kam in der ersten Saison auf Tabellenplatz 8. Danach beendeten die Erzgebirger zwei Serien auf Platz 7. 2006/07 feierten die Veilchen mit Schädlich Platz 10. Im Jahr 2007 kam der Bruch. "Ich war enttäuscht, wie die erste Halbserie gelaufen ist." Nach der bitteren 0:5-Niederlage in München traf Schädlich eine Entscheidung: "Wenn man so lange dabei ist, will man nicht schuld am Abstieg sein", sagt er und ging zu Bertram Höfer, bot ihm seinen Rücktritt an. Bis heute verbindet die beiden ein vertrauensvolles Verhältnis. 2018 wurde Schädlich zum Ehrenmitglied des FC Erzgebirge Aue ernannt. 

BLICK blickt rund um das Vereinsjubiläum auf 75 Jahre Wismut und Erzgebirge Aue zurück. Weitere Stories gibt es unter der Rubrik Erzgebirge und auch in den kommenden Tagen auf BLICK.de



Prospekte