Jugendarbeit: Hier trifft sich die Zukunft

Nachwuchs Am Samstag kommen alle Talente des SV 04 Oberlosa in der Kurt-Helbig-Sporthalle zusammen

Plauen. 

Plauen. Irgendwann wird immer abgerechnet. Auch im Sport. Genau deshalb scheuen viele Vereine das Risiko, Sponsorengelder in den Nachwuchs zu stecken. Denn dann kann es passieren, dass man absteigt und nicht wieder auftaucht.

"Wir sind gleich durch drei Spielklassen durchgereicht worden", erinnert sich Abteilungsleiter Rico Michel. Sein SV 04 Oberlosa hat sich genau vor 15 Jahren allen Ernstes gegen die SG Rotation Borstendorf schwer getan. Im Punktspiel. "Wir haben das damals ertragen. Und jeder, der damals unseren Weg mit gegangenen ist, der hat Anteil am heutigen Erfolg", blickt Prof. Dr. Bernd Märtner zurück. Im 100. Jahr der Vereinsgeschichte wurde der 1904 gegründete Verein nur Fünfter in der Bezirksliga. Das war der Tiefpunkt.

 

Neue Struktur für den Verein

Synchron aber wurde im Verein eine vollkommen neue Struktur entwickelt. Ganz moderne Spiel- und Betriebs-Gesellschaften bildeten das Fundament für zukunftsorientierte Jugendarbeit. Im stillen Kämmerlein wurden Visionen entwickelt und umgesetzt. Immer lautete das Motto: Wir versprechen es nicht! Heute - 15 Jahre später - hat wohl kein anderer Handballverein in Mitteldeutschland so viele Eigengewächse an Bord.

Die Liste wird immer länger: Philip Trommer-Ernst, Louis Hertel, Rico Englert, Max Flämig, Erik Petzoldt, Jan Leppert, Carsten Märtner, Florian Wokan und Lukas Meckel stehen bereits drauf. Diese Handballer sind für Cheftrainer Petr Hazl ziemlich wichtig. Spielbetriebs-Geschäftsführer Lutz Petzoldt stellt fest: "Legionäre sind toll. Die kaufe ich und die können alles, wenn ich genug Geld habe. Will ich aber eine Mannschaft haben, die ambitioniert um die Meisterschaft kämpft, zusammenhält und die Fans begeistert, brauche ich eine Basis. Also Eigengewächse und dazu auswärtige Spieler, die nicht jedes Jahr den Verein wechseln."

 

Das war der Startschuss

Oberlosa hat beides beieinander. Der Vizemeister der Mitteldeutschen Oberliga bleibt in diesem Sommer ohne Abgang. Kein Spieler verlässt den Verein. Was das mit dem anstehenden Nachwuchstreffen zu tun hat? Ganz einfach: Diese Zusammenkunft war historisch gesehen der Startschuss. Zur Premiere im Jahr 2007 war ein gewisser Max Flämig (Torhüter) ebenso dabei wie Louis Hertel (Rückraum). Das Duo fürchtet man inzwischen überall in der 4. Liga.