Kulturidyll im Küchwald in Feierlaune

Jubiläum Küchwaldbühne zelebrierte zehnjähriges Bestehen

Was eine Idee, viel Mut, gemeinsames Durchhaltevermögen und unbändige Kraft bewirken können, zeigt die Geschichte der Küchwaldbühne. Wenn Werner Haas auf 2009 zurückblickt und sieht, was heute aus dem Kulturidyll geworden ist, glänzen die Augen des Theaterliebhabers. "Die Bühne war eine zerfallene Ruine. Jahrelang wurde nichts gemacht und an Aufführungen war nicht zu denken. Ich hab mir gedacht, da machen wir was draus", sagt Werner Haas. Schnell schlossen sich das Bauingenieur-Ehepaar Rolf und Evelyn Esche der Idee an, aus dem verwucherten Häuflein Elend wieder eine Kulturstätte zu machen. Es war nicht der erste Anlauf mutiger Chemnitzer, bereits sieben Mal scheiterten andere Initiatoren seit der Schließung Anfang der 1990er Jahre an einer Wiederbelebung.

Starke Hände, Geduld und Unterstützung der Stadt

"Manchmal frage ich mich, wie wir das geschafft haben, aber dann denke ich an die Vereinsmitglieder und die vielen unermüdlichen Stunden, in denen wir das gestemmt haben", erinnert sich Rolf Esche, Vorsitzender des Vereins Küchwaldbühne e.V. Der grüne Dschungel aus dem Zuschauerraum, der durch Brandstiftung erheblich zerstört war, wurde beseitigt. In kleinen Schritten verwandelte sich die brüchige und vergessene Kulturstätte, die einst in ihren besten Zeiten 5.000 Menschen anzog, zum wohl idyllischsten Kulturstandort in Chemnitz. Viele Beton wurde angerührt, Bänke saniert, die Gebäudeteile befinden sich in einem stetigen Verschönerungsprozess.

"Dabei haben uns viele Sponsoren, Fördermitglieder und die Stadt wirklich stark unterstützt. Ein Meilenstein war zum Beispiel die Instandsetzung der Abwasserleitung und der Bau sanitärer Anlagen", betont Rolf Esche. Seine Frau Evelyn blättert liebevoll in einer dicken Vereinschronik. Tausende Menschen sind seit der ersten Aufführung 2010 in den Küchwald gekommen und haben das Flair und wundervoll inszenierte Stücke wie Momo, Emil und die Detektive, Jim Knopf, Rumpelstilzchen und viele mehr genossen. Konzerte, Filmvorführungen, Theatercamps, Gottesdienste und zahlreiche Open-Air-Events ziehen die Menschen wie ein Magnet zur Küchwaldbühne, die nun Platz für 800 Leute bietet.

Michael Kretschmer einer der Ehrengäste

Zur großen Zehn-Jahres-Feier kamen viele Gäste, darunter Stadträte, die Chemnitzer Bürgermeister Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Sponsoren und viele Freunde zur Küchwaldbühne. Am Abend gesellte sich auch der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hinzu. Er verfolgte gemeinsam mit der Ehrenbürgerin und langjährigen Generaldirektorin der Städtischen Kunstsammlungen Ingrid Mössinger das Festprogramm.

Besonders stolz trat dann Werner Haas wieder in den Mittelpunkt, denn er ist sowohl Regisseur als auch einer der Hauptdarsteller des Broadway-Musicals Anatevka, welches ab August im Küchwald aufgeführt wird. "Ich spiele den jüdischen Milchmann Tevje. Das Stück spielt in der ukrainischen Stadt Anatevka", verrät Haas. Einige Szenen aus dem toll inszenierten Musical erlebten die Jubiläumsgäste, bis zur Premiere am 24. August werden noch unzählige Proben hinzukommen. Und auch die "Kleine Hexe" hatte ihren Kurzauftritt, um Werbung für das Stück der Theater Chemnitz, welches ebenfalls im Sommer im Küchwald aufgeführt wird, zu machen.

Wiedereröffnung des Außenbistros

Auch im Festjahr wird weiter geschraubt, gesägt und am Ausbau der Küchwaldbühne gefeilt. "Wir möchten zum Beispiel das Außenbistro seitlich von der Freitreppe wieder aufmachen", nennt Rolf Esche nur eines der zahlreichen Projekte für die Zukunft.

Infos und Spielplan: www.kuechwaldbuehne.info