Neue Schau im smac: Die "Sprayer-Oma" und ihre Mission

Ausstellung "Hass vernichtet" ab Dienstag im smac zu sehen

Sie ist die Frau, die niemals ohne eine Tasche mit Fotoapparat, Bürsten, Pinseln, Lösungsmitteln und Farbe außer Haus geht. Es könnte schließlich immer passieren, dass sie menscheinfeindliche Graffiti findet, die sie dann kurzerhand entfernt oder entschärft. Mehr als 100.000 Hass-Schmierereien hat sie so schon verändert. Der Liedermacher Gerhard Schöne ehrte sie einst mit dem Lied "Die couragierte Frau". Die Rede ist von Irmela Mensah-Schramm. Die Berliner Aktivistin für Menschenrechte und ehemalige Heilpädagogin ist bekannt geworden durch ihre seit Mitte der 1980er begonnene Dokumentation und Entfernung von rassistischen und antisemitischen Aufklebern und Graffiti in ganz Deutschland.

Die 500. Ausstellung seit dem 10. November 1995

"Wir sind für das verantwortlich, was wir widerspruchslos hinnehmen", lautet der Wahlspruch der 1945 geborenen "Sprayer-Oma" Irmela Mensah-Schramm. Volkmar Zschocke, Chemnitzer Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, hat die 73-Jährige jetzt nach Chemnitz eingeladen. Im Gepäck hat sie ihre Ausstellung mit dem Titel "Hass vernichtet!", in der ihre Arbeit dokumentiert ist. Am Dienstag um 18 Uhr wird die Schau im Archäologiemuseum smac eröffnet. Das Besondere: Die Präsentation in der Stadt wird die 500. seit dem 10. November 1995 sein. Bei einem Ausstellungsrundgang will die Friedensaktivistin Geschichten zu den einzelnen Bildern sowie ihre Erfahrungen aus über 30 Jahren Engagement für Menschenrechte schildern.