"Semi-Heimrennen" für sächsische Piloten

Sport ADAC GT Masters im tschechischen Most

Most/Tschechien. 

Most/Tschechien. Seit jeher haben sächsische Rennfahrer und -fans zu den Rennen in Most und speziell zum dortigen 1983 eröffneten Autodrom eine besondere Beziehung. Nur wenige Kilometer hinter der deutsch-tschechischen Grenze ist dieses für Testfahrten sowie den Besuch von Rennveranstaltungen ein beliebtes Ziel. Vom 17. bis 19. Mai wird nun das ADAC GT Masters zum zweiten Mal nach 2018 seine Zelte in Nordböhmen aufschlagen und erneut für erstklassigen Motorsport und beste Unterhaltung sorgen.

 

Zwar kommen die sächsischen Akteure zum diesjährigen Finale der Edelrennserie für Grand-Tourisme-Boliden mit 550 und mehr PS vom 27. bis 29. September auf dem Sachsenring in den Genuss einer echten Heimveranstaltung, doch aus besagten Gründen gilt Most für sie zumindest als "Semi-Heimrennen".

 

Zwei Sachsen beim Haupt-Act dabei

 

In der Top-Klasse der "Liga der Supersportwagen", dem ADAC GT Masters, werden in Most mit dem 25-jährigen Marvin Kirchhöfer aus Markkleeberg, dem drei Jahre älteren aus beruflichen Gründen Wahl-Leipziger David Jahn und dem 19 Jahre jungen Dresdner Maximilian Paul zwei waschechte sowie ein zugereister Sachse mit von der Partie sein.

Während sich Marvin Kirchhöfer im Team Callaway Competition und David Jahn im Team RWT Racing jeweils eine atemberaubende Corvette C7 GT3-R mit Markus Pommer aus Neckarsulm bzw. Sven Barth aus dem bayrisch-schwäbischen Illertissen teilen, bildet Maximilian Paul mit dem fast auf den Tag genau gleich alten Österreicher Simon Reicher in einem Audi R8 LMS des Dresdner Teams T3 Motorsport ein reines Nachwuchsduo.

 

Wetter machte einen Strich durch die Rechnung

Für Marvin Kirchhöfer, der in seiner Karriere der Formel 1 schon ziemlich nahe war, und Markus Pommer hätte die Saison nicht besser beginnen können, denn beim Saisonauftakt in Oschersleben Ende April entschieden sie am Samstag gleich das erste Rennen für sich und landeten am Sonntag als Zwölfte noch einmal in den Punkterängen. Während David Jahn/Sven Barth mit den Plätzen acht und 13 ebenfalls an beiden Tagen punkten konnten, erlebten Maximilian Paul/Simon Reicher ein etwas ernüchterndes Debüt.

Am Samstag hatte der Dresdner den kunterbunten Audi zwar sensationell auf den elften Startplatz gestellt, doch nach einem kurzen Regenschauer in der zweiten Rennhälfte und dem daraus resultierenden Durcheinander fielen sie auf Rang 25 zurück. Am Sonntag war das Rennen für sie schon in der zweiten Runde nach einem Unfall beendet. Die nächsten Chancen auf Meisterschaftspunkte ergeben sich für die genannten sowie alle weiteren Protagonisten in den insgesamt 31 spektakulären GT-Fahrzeugen von acht verschiedenen Herstellern nun am kommenden Samstag sowie am Sonntag jeweils ab 14:45 Uhr in den einstündigen Rennen inklusive Fahrerwechsel.

 

Auch bei Rahmenrennen wird sächsisch gesprochen

 

Weitere Sachsen sind in den Rahmenserien am Start. So treten in der Tourenwagenklasse ADAC TCR Germany der 22-jährige Chemnitzer Dominik Fugel und der 39-jährige Ex-Hohenstein-Ernstthaler und jetzt ebenfalls in Leipzig lebende Steve Kirsch an. Hinzu kommt im Porsche Carrera Cup Deutschland der 19-jährige Toni Wolf aus Schönbrunn.

Sächsische Frauenpower ist hingegen in der Breitensport-Serie STT, der Spezial Tourenwagen Trophy, angesagt, in der Steve Kirschs 28-jährige Lebensgefährtin Victoria Froß und zum anderen die erst 20-jährige Sophie Hofmann aus Waldenburg angasen werden.

 

Rennleitung obliegt dem ADAC Berlin-Brandenburg

 

Aber auch hinter den Kulissen sind Sportfreunde aus dem Osten Deutschlands, ja sogar aus der Hauptstadt im Einsatz. So liegen, wie im Vorjahr, die sportliche Ausrichtung sowie die Rennleitung wieder in Händen des ADAC Berlin-Brandenburg, wozu der Leiter der Sportabteilung, Horst Seidel, erklärt: "Wir sind vor zwei Jahren angefragt worden, ob wir uns nach dem vorläufigen Verlust des Lausitzrings als GT-Masters-Rennstrecke vorstellen könnten, an einem anderen Ort mitzuwirken. So kamen wir gemeinsam mit dem Serienpromoter ADAC München auf die Idee, dies in Most zu tun. Die Strecke ist nicht weit hinter der Grenze und vor allem im süd- und südostdeutschen Raum sehr beliebt. So ist es ziemlich egal, ob man zum Beispiel aus der Dresdner Gegend zum Lausitzring oder nach Most fährt.

Wir sind zwar bestrebt, zukünftig wieder auf unserer Heimrennstrecke Lausitzring fahren und veranstalten zu können, was gar nicht so schlecht aussieht, doch klappt auch die Zusammenarbeit mit dem Autodrom Most super. Die Strecke ist bei GT-Fahrern, wie wir im vorigen Jahr gehört haben, nach anfänglicher Skepsis auf Grund ihres schnellen und flüssigen Layouts sehr beliebt und hat über den Winter zu rund 75 Prozent einen neuen Asphalt erhalten. Auch ringsum wurde sie in Sachen Sicherheit stark verbessert, sodass wir schon voller Vorfreude auf das kommende Renn-Wochenende sind."