Remmidemmi und nasse Taschentücher

Aschermittwoch Vereine beerdigen den Fasching in Hirschberg

Hirschberg. 

Hirschberg. Faschingsnarren aus 30 Vereinen hauten noch mal so richtig auf die Pauke. Beim Vereinsfasching in Hirschberg ging es rund. Punkt zwölf aber wurden die Taschentücher gezückt. "Dieses Jahr bin ich bissl schwerer, habe zugelegt", meinte Moritz Karl vom Hirschberger Männerballett lachend. Dabei machte er es sich, sein Gesicht war totenweiß geschminkt, in der Sargattrappe so recht gemütlich.

Genau um Mitternacht, vom Faschingsdienstag zum Aschermittwoch, nahmen seine Faschingskollegen den Karnevalssarg hoch, trugen ihn zur Bühne. Dort verschwand er dank Bühnentechnik unter Rauchwolken in der Versenkung. Begleitet wurde die Zeremonie zum Hirschberger Vereinsfasching mit gezückten Taschentüchern, Schluchzen - und von den Handykameras der Faschingsfreunde. In Hirschberg lebt die alte Tradition der Faschingsbeerdigung, womit der Fasching zu Grabe getragen wird.

Hier kamen 30 Faschingsvereine zusammen

Doch bis es soweit war, und das waren immerhin vier Stunden, zogen die Narren alle Register. Mit Bussen waren sie angereist, ob aus Oelsnitz oder Plauen, Leipzig oder Camburg. Sage und schreibe 29 Faschingsvereine waren zu Gast, ein Zeichen, dass die fünfte Jahreszeit nach wie vor beliebt ist, durchaus auch bei jungen Leuten. Denn sie zeigten eindrucksvoll, wo der Faschingshammer hängt.

Man nehme die sozusagen märchenhafte Garde aus Mühltroff. Die Mädels erzählten mit ihrem Tanz auf der Bühne wunderbar von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Die jungen Männer stehen beim Tanz der holden Weiblichkeit indes nicht nach. Da wird nicht krakelig getanzt, sondern ästhetisch, sportlich und gekonnt. Das bewiesen das Hirschberger Männerballett beim Baustellentanz und auch die Superhelden aus Oelsnitz. Es wurde gelacht, getanzt und gefeiert.