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Das ist der bislang größte Gaming-Flop 2022

Gaming Das Ende von "Babylon's Fall" ist bereits beschlossene Sache. Die Server des Action-Rollenspiels mit Multiplayer-Schlagseite werden nach einem Jahr abgeschaltet. Den physischen Kopien im Handel droht die Müllpresse.

Gamer und Kritiker waren sich nach der Veröffentlichung Ende Februar 2022 schnell einig: Das Action-Rollenspiel "Babylon's Fall" von Square Enix, euphorisch als "'Destiny' im Mittelalter-Look" umschrieben - sei schlicht eine "Vollkatastrophe".

Die Gründe für derlei harsche Worte waren vielfältig: Zum ursprünglichen Verkaufspreis von 70 Euro gesellten sich Mikrotransaktionen, die gar nicht so mikro waren. Hinzu kamen Schwächen bei der KI, eine dröge Kampagne, wenig Abwechslung, eine verhunzte Kameraführung, eine schwammige Steuerung und viele weitere Probleme, die ungewöhnlich für den prominenten Entwickler Platinum Games ("Bayonetta", "Nier Automata") sind.

Publisher Square Enix zog bereits Konsequenzen und kündigte an, die Server für den PC-, PS4- und PS5-Titel nach bereits einem Jahr am 28. Februar 2023 abzuschalten.

Nun geht die US-Kette Gamestop noch einen Schritt weiter und räumt die Spiele aus den Regalen und verschenkt sie an die Kundschaft, ehe sie in der Müllpresse landen. Auch auf der PC-Plattform Steam wird das Hack'n'Slay mit kooperativem Multiplayer-Modus nicht mehr gelistet, nachdem das Spiel selten mehr als eine Handvoll User vorweisen konnte und an vielen Tagen im Sommer sogar komplett verwaist war. Ob Händler in Deutschland nachziehen, ist noch unklar.

Verscharrt in der Wüste

Der Fall von "Babylon's Fall" erinnert ein wenig an den Misserfolg des Atari-Spiels zum Spielberg-Blockbuster "E.T. - Der Außerirdische". Das Game sollte der Verkaufsrenner zum Weihnachtsgeschäft 1982 werden. Doch die Programmierer standen derart unter Zeitdruck, dass das Ergebnis eine Enttäuschung war. Über die Hälfte der vier Millionen produzierten Cartridges wurden damals in der Wüste von New Mexico vergraben. Lange Zeit war diese Geschichte die größte Legende der Gaming-Branche, bis Spiele-"Archäologen" sie 2014 als wahr überprüfen konnten.

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