Deutscher Computerspielepreis: CSU-Ministerin sorgt für Outfit-Aufreger

Bei der Verleihung des "Deutschen Computerspielpreises" verkamen die Games fast zur Nebensache. Der Grund: das Kleid einer Ministerin. Das Netz diskutiert: cool oder zum Fremdschämen?

In Berlin ist das beste Computerspiel des Jahres ausgezeichnet worden. Die Jury entschied sich für das Adventure "Trüberbrook", das PC- und demnächst auch Konsolen-Besitzer in die westdeutsche Provinz der 60er-Jahre entführt. Dort kommt ein Quantenphysiker einer großen Verschwörung auf die Schlichte. Für die ungewöhnliche Optik - das Team bastelte monatelang an den Kulissen und übertrug sie schließlich ins Digitale - gab's den Preis für die "Beste Inszenierung" obendrein. Entwickelt wurde der Titel von einem kleinen Studio der bildundtonfabrik, die unter anderem für die Produktion von Jan Böhmermanns TV-Show "Neo Magazin Royale" verantwortlich zeichnet und sich über Fördergelder für künftige Projekte in Höhe von insgesamt 150.000 Euro freuen darf.

Das Gesprächsthema Nummer 1

Mehr noch als die gekrönten (aber teils undotierten) Spiele, zu denen auch "God of War" (Bestes Internationales Spiel"), "Thronebreaker: The Witcher Tales" (Publikumspreis), "State of Mind" (Bestes Serious Game) und die App "See/Saw" (Bestes Mobile Game) zählen, wurde über das Kleid von Digital-Staatsministerin Dorothee Bär diskutiert: Die 40-Jährige trug eine Art Superheldinnen-Outfit - bestehend aus einem hautengen pinken Latex-Oberteil und einem hellblau glänzendem Metallic-Rock.

"Ich hab mir gedacht: Was ist die Berliner Variante für das Dirndl? Und dann bin ich auf das hier gekommen", sagte Bär auf der Bühne zur kalauernden Moderatorin Ina Müller. Die komplimentierte: "Wenn es einer tragen kann, dann Sie." Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der ebenfalls auf der Bühne stand, wählte indes "die analoge Variante" mit Anzug und Krawatte - weil er "eh nicht mithalten" könne "mit der bezaubernden Doro Bär". Seitdem diskutiert das Netz eifrig über den gewagten Auftritt: "Wichtigste Frage ist geklärt: @Dorobaer trägt eine Mischung aus Gürtelsammlung und Wonder Woman", twitterte ein Nutzer. Ein anderer ätzte: "Da hätte ein Upload-Filter geholfen."

Fäkalwitze und Klischees

Einheitlicher fällt die öffentliche Meinung über die Moderation des Abends aus: "Es tut mir so unfassbar leid für all die grandiosen Spieleentwickler, deren Ehrung durch eine grauenhafte Moderation ins Lächerliche gezogen wurde. Lieber #derDCP19 Es gibt unfassbar gute respektvoll Moderatoren da draußen, die sich mit der Materie auskennen", entschuldigte sich eine Twitter-Nutzerin. Viele Gamer beklagen sich über die schlechte Vorbereitung und die peinliche Abfolge von Fäkalwitzen und Klischees.