Digital-Ministerin Dorothee Bär will Games-Förderung retten

50 Millionen Euro Fördergelder macht der deutsche Staat dieses Jahr für Games locker - doch schon 2020 könnte damit wieder Schluss sein. Digital-Chefin Dorothee Bär von der CSU will das Förderprogramm aber in letzter Sekunde retten.

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die die Regierungs-Koalition im Haushalt 2020 offenbar keine Förderung für die Entwicklung von Computer- und Videospielen mehr vorsieht. Diese Erkenntnis kam nicht zuletzt deshalb so überraschend, weil im aktuellen Jahr noch 50 Millionen Euro Fördergelder für Games fließen - nachdem der Branchen-Verband Game und Digital-Ministerin Dorothee Bär lange dafür gekämpft hatten. Außerdem hatte das dem Digital-Bereich übergeordnete Verkehrsministerium unter Andreas Scheuer ursprünglich versprochen, den Betrag in den kommenden Jahren eher anzuheben als zu reduzieren.

Zum Vergleich: Für die Filmförderung gibt der deutsche Staat ungefähr viermal so viel Geld aus. Die staatliche Unterstützung von Entwickler-Studios ist wichtig, um deutsche Spiele-Firmen international konkurrenzfähig zu machen - gerade gegenüber Ländern wie Kanada oder Frankreich, die Games-Firmen schon seit Jahren mit stattlichen Förderbeträgen und Steuererleichterungen ins Land locken. Ein Investment, das sich in der Regel auszahlt: Das Geschäft mit Computer- und Videospielen ist nach wie vor ein großer Wachstumsmarkt, darum resultiert ein entsprechendes Förderprogramm mittelfristig in entsprechenden Mehreinnahmen für den Staat.

Game-Chef Felix Falk und Carsten-Fichtelmann - Mitgründer sowie Geschäftsführer des bekannten Hamburger Entwickler-Studios Daedalic ("Deponia", "Edna bricht aus") bezeichneten ein mögliches Ausbleiben der Games-Förderung in 2020 als Katastrophe. Deutschen Entwicklern und insbesonders Start-Ups würde man dadurch Planungssicherheit und Existenzgrundlage entziehen.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Dass trotzdem noch nicht alles verloren ist, will Staatsministerin Dorothee Bär glauben. Die CSU-Politikerin ist seit jeher eine Förderin der Games-Branche. Da sich der Staatshaushalt für 2020 noch im parlamentarischen Prozdere befindet, will sie sich dafür einsetzen, auch für 2020 mindestens 50 Millionen Euro an Fördergeldern auf den Weg zu bringen. "Die Games-Förderung ist eine wichtige investive Maßnahme, mit der wir die Zukunft gestalten", sagt Bär, "so etwas muss Priorität haben, gerade im Vergleich mit lediglich konsumptiven Ausgaben.

Warum die Games-Förderung für 2020 mutmaßlich aus dem Haushaltsplan gestrichen wurde, ist unklar. Allerdings wird vermutet, dass es sich um eine Einsparmaßnahme infolge der gescheiterten Ausländer-Maut handeln könnte.

The Surge 2 - E3 2019 Trailer | PS4