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"eFootball 2022" wird zur Lachnummer auf Steam: Konamis Free-to-Play-Schuss geht nach hinten los

Revolution statt Evolution: Konami machte aus der "PES"-Reihe den Plattform-übergreifenden Free-to-Play-Titel "eFootball 2022". Was zunächst wie ein smarter Befreiungsschlag gegen die "FIFA"-Dominanz wirkte, wird von der entsetzten Community verlacht, verteufelt und vernichtet: Es sei das "mit Abstand schlechteste Fußballspiel", zürnen die Fans.

"FIFA" gegen "PES": Das jährliche Aufeinandertreffen der Fußballsimulationen entschied - finanziell zumindest - EA in der Regel für sich. Nach 26 Jahren steigt Konami nun aus dem Duell aus, indem es kurzerhand die Regeln ändert. Aus der Marke "Pro Evolution Soccer" wird nach einer Übergangsphase vollends "eFootball", aus dem Verkaufs- wird ein Free-to-Play-Modell. Das heißt: Konami bietet die Basis-Version des virtuellen Kicks kostenlos an, der aber wie die Battle-Royale-Titel "Fortnite" und "Apex Legends" fortlaufend weiterentwickelt werden soll. Die Zeit der jährlichen Einzel-Releases ist also vorbei.

Geld soll durch Mikrotransaktionen in die Kassen des japanischen Publishers gespült werden - für die Freischaltung weiterer Modi oder große Saison-Updates etwa.

Zum Start von "eFootball" ist deshalb nur etwas mehr als eine bessere Demo geboten, wie auch Konami einräumt. Mit nicht einmal zehn Teams, darunter immerhin der FC Bayern München, Juventus Turin, Manchester United und der FC Barcelona, kann man offline in einem halben Dutzend Stadien spielen oder online mit einer zufälligen Mannschaft gegen einen ebenfalls zufälligen Gegner antreten. Eine Karriere oder dergleichen gibt es noch nicht.

Bis Jahresende will Konami Core-Features jedoch kostenlos nachreichen. Schon jetzt ist aber klar: Man strebt ein ähnliches Erfolgsmodell wie der "FUT"-Modus in "FIFA" an, der EA jährlich Milliarden einbringt. Darin lassen sich - genügend Kleingeld und Losglück vorausgesetzt - eigene Dream-Teams zusammenstellen, mit denen man gegen andere Spieler auf der Welt antritt. Auf Steam ist bereits ein "Premium Player Pack" für 40 Euro im Vorverkauf erhältlich. Bis zum Winter soll es zudem mit umfassendem Crossplay klappen. Gamer können dann Plattform-übergreifend auf PC, Xbox- und PlayStation-Konsolen gegeneinander antreten. Sogar Mobile-User dürfen laut Konami irgendwann mitmischen. Ableger für iOS und Android sind geplant.

Alles wirkt so Unreal

Technisch verabschieden sich die Entwickler von der eigenen Fox-Engine und setzen auf die "Unreal Engine". Für eine Verbesserung der Animationen und des Gameplays, insbesondere bei den Zweikämpfen, hat man die Barca-Legenden Andres Iniesta und Gerard Piqué engagiert. Ein neues Feature namens "Motion Matching" soll für physikalische korrekte Bewegungen der Spieler sorgen, indem diverse Faktoren wie Geschwindigkeit und Position des Balles in Echtzeit berechnet werden. Zumindest behauptet das ein entsprechendes Video von Konami.

"eFootball 2022" ist das am schlechtesten bewertete Spiel auf Steam

Aber all die Versprechungen - sich fruchten nicht. Bei der Community stößt die technische und inhaltliche Revolution der "PES"-Reihe auf wenig Gegenliebe bis echten Hass. Unter dem Launch-Trailer mit den Superstars Lionel Messi und Neymar finden sich bei Youtube hauptsächlich negative Kommentare, gleichzeitig aber deutlich mehr Likes statt Dislikes, was womöglich den Promi-Akteuren und dem unterlegten Coldplay-Song zu verdanken ist.

Foren-Dienste wie Reddit quellen dagegen vor Häme und Kritik über. Und auch bei Steam machen Fans ihrer Enttäuschung Luft: "Ich war immer ein großer Fan von PES und habe es immer als das beste Spiel gesehen, da das Gameplay für mich immer unerreicht war. Was aber eFootball 2022 bietet, ist wirklich mit Abstand das schlechteste Fußballspiel, was ich je gezockt habe", sei ein User stellvertretend zitiert. Die Körperbewegungen seien total unrealistisch, das "Passspiel unglaublich schwer sowie nicht vorhersehbar".

Auch die Grafik wird - freundlich formuliert - als Downgrade empfunden und wirke wie aus einem "schlechten Smartphone-Emulator". Andere Spieler sprechen schlicht von "Müll", der da veröffentlicht wurde. Über 11.000 Rezensionen finden sich bereits am Tag nach dem Launch auf Steam und ergeben in Summe die Gesamtnote "äußerst negativ".

Noch fataler: Mit gerade einmal 9 Prozent positiver Rezensionen ist das Fußballspiel derzeit mit Abstand das schlechteste Game auf Steam. Zuvor gebührte diese fragwürdige Auszeichnung dem Crash-Debakel "Flatout 3: Chaos & Destruction", das 2011 erschien und immerhin auf 15 Prozent positive Reviews kam.