Gleiches Key-Recht für alle: EU-Kommission will Geoblocking bei Games unterbinden

Alle sind gleich, aber manche gleicher: Mit Geoblocking unterbinden Spiele-Hersteller die Nutzung von digitalen Games-Keys, die in einem anderen Land gekauft wurden. Damit soll jetzt Schluss sein, sagt die EU-Kommission.

Einer der großen Vorzüge der EU ist der grenzenlose Zugang zum Binnenmarkt sämtlicher Mitgliedsstaaten. Das heißt, man kann jederzeit und an jedem Ort alles kaufen, ohne später Angst haben zu müssen, es verzollen zu müssen oder im eigenen Land nicht nutzen zu dürfen. Allerdings gibt es einige Firmen, die sich dieser Praxis bis heute hartnäckig widersetzen - und das sind Spiele-Anbieter wie Steam-Betreiber Valve, die Bethesda-Mutter ZeniMax, Bandai Namco, der französische Publisher Focus Home Interactive und sogar der deutsche Publishing- sowie Vertriebs-Primus Koch Media.

Deshalb gab's nun Post von der EU-Kommission. Der darin enthaltene Vorwurf: "Geoblocking" und daher - nach geltendem EU-Recht - wettbewerbswidriges Verhalten. Gemeint ist damit die Praktik vieler Spiele-Hersteller, Produkt-Schlüssel für die Einlösung auf digitalen Plattformen wie Steam nur in bestimmten EU-Ländern anzubieten, während man den Gebrauch dieser Keys für andere Mitgliedsstaaten sperrt. Wer zum Beispiel in Italien einen günstigen Spiele-Schlüssel erwirbt, darf ihn womöglich nicht in Deutschland oder Frankreich einlösen. Hierbei könnte es sich aber laut Kommission um eine nach geltendem EU-Recht wettbewerbswidrige Praxis handeln, die man bald aus der Welt schaffen will.

Noch ist nicht gesagt, dass tatsächlich ein Verstoß gegen EU-Recht vorliegt, aber durch das Schreiben der Kommission an die Hersteller will man eine entsprechende Untersuchung anstoßen. Schlimmstenfalls könnten den Publishern für ihr Vorgehen Geldbußen von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes drohen - ebenso wie ein Verbot für das angeprangerte und als Geoblocking bezeichnete Vorgehen.