Google Stadia: Darf's ein bisschen weniger sein?

Trotz großer Skepsis am Preismodell ist die Founder's Edition für Googles kommenden Streaming-Dienst Stadia bereits ausverkauft. Das nächste Angebot bietet weniger Leistung zum selben Preis.

Nur noch knapp zwei Monate, dann startet Google mit seinem Games-Streaming-Service "Stadia". Der hat vor allem in Europa harsche Kritik von Presse- und User-Seite einstecken müssen, weil Betreiber Google vorerst an einem überraschend unattraktiven Preismodell festhält: Wer den Dienst abonniert, erhält zwar einige kostenlose Spiele wie den Multiplayer-Shooter "Destiny 2". Dennoch müssen die anderen im Stadia-Katalog enthaltenen Titel zum Vollpreis gekauft werden. Eine weitere Schwachstelle: Da die Inhalte nicht lokal auf den Geräten des Users installiert, sondern nur gestreamt werden, ersteht er nicht das Produkt selbst, sondern lediglich die passenden Nutzungsrechte.

Die bisher luxuriöseste, aber auch teuerste Möglichkeit, zum Stadia-Nutzer der ersten Stunde zu werden, war die Founder's Edition: Die bietet für 129 Euro ein dreimonatiges Stadia-Abo für zwei Personen, den Stadia-Controller in Nachtblau sowie einen Chromecast Ultra für den Stadia-Betrieb auf dem Fernseher. Ebenfalls mit dabei: ein Netzteil mit EthernetPort, eine spezielle Founder-Plakette sowie die Möglichkeit, sich bereits jetzt einen exklusiven User-Namen zu reservieren.

Premiere statt Founder

Jetzt hat Google mitgeteilt, dass die Founder's Edition ausverkauft ist. Das Nachfolge-Produkt hat Google aber bereits präsentiert: die ähnlich gestaffelte "Premiere-Edition". Diese soll sogar noch kurz nach dem Stadia-Start im November verfügbar sein. Lediglich auf den zweite User sowie die Option, sich schon jetzt einen Nutzernamen reservieren zu lassen, müssen "Premiere"-Käufer verzichten. Außerdem sind die nachtblauen Controller vergriffen, stattdessen gibt's ein weißes Eingabegerät.

Tatsächlich verfolgt Google mit seinem Dienst mehr als nur ehrgeizige Ziele: Anders als klassische Videospielkonsolen, die in ihrem gesamten Hardware-Zyklus meist nur um die 100 Millionen User erreichen, zielt Google auf eine Breite von mehreren Milliarden Kunden ab. Analysten wie Michael Pachter von Wedbush bezweifeln allerdings, dass Google diese Ziele in nächster Zeit auch nur annähernd erreichen wird: Das Preismodell sowie der Mangel an exklusiven Inhalten wären trotz Googles gigantischer Ressourcen ein ernstzunehmendes Problem. Und dann wäre da noch die in vielen Regionen mangelhafte Breitband-Anbindung ans Netz, die unerlässlich für das Games-Streaming ist...

Stadia Connect 8.19.2019 - Game Announcements