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"GTA Köln": KI-Versuch von Intel-Forschern liefert fast fotorealistisches Ergebnis

Eine Forschergruppe des Computerchip-Herstellers Intel renderte "GTA V" neu - auf Basis von Daten der Städte Köln und Stuttgart. Das Ergebnis wirkt aufsehenerregend fotorealistisch.

Ein Forschungsprojekt von Intel zum Thema Künstliche Intelligenz weckt großes Interesse in der Gamer-Szene. Grund dafür ist das "Versuchsobjekt", das die Forscher für ihren Test benutzt haben: das Kultspiel "GTA V".

Die Vision: Den in die Jahre gekommenen Rockstar Games-Titel so zu bearbeiten, dass die Grafik so fotorealistisch wie möglich wirkt. Zu diesem Zweck renderten die dreiköpfige KI-Forschergruppe das neun Jahre alte Gangster-Epos neu - mit den Daten deutscher Städte. Die Neuberechnung der Kulissen des Gangster-Epos erfolgte nämlich nicht nur mit den Daten der fiktiven Stadt Los Santos, die an Los Angeles erinnert, sondern Stuttgart und Köln. Klingt komisch, ist aber so: Für das Mashup mit der realen Welt nahm das Forscher-Trio die Datenbank Cityscapes zu Hilfe. Inhalt dieser Datenbank sind rund 25.000 Bilder aus 50 Städten, vornehmlich aus Deutschland.

Los Kölnos oder Los Stuttgartos

Zu den urbanen Settings mit deutschem Lokalkolorit, die nun in die gerenderte "GTA V"-Version einfließen, zählen Stuttgart, Erfurt und Köln. Was dabei herauskam, sieht zwar nahezu fotorealistisch aus, erinnert aber kaum noch nach dem sonnigen Kalifornien, sondern mehr an einen surrealen Mix - inklusive tristem Grau, bewölktem Himmel und saftigem Gras. Die grundlegenden Kulissen im Sinne von Architektur bleiben erhalten, doch Details wie die Texturfarben wurden durch die KI ausgetauscht. Als "Motor" für die Berechnung diente eine Nvidia Geforce RTX 3090. In einem "Spiegel"-Interview erklärte einer der Wissenschaftler, Stephan Richter, dass das Team bereits seit zwei Jahren an dem Projekt "Photorealism Enhancement" arbeitet.

Noch zu aufwendig für Echtzeit-Berechnungen

Details für Technikinteressierte: Damit die Umrechnung nahezu in Echtzeit erfolgen kann, wurden mehrere Verfahren kombiniert - unter anderem ein Post-Processing-Filter, der einfach über das Videobild gelegt wurde. Raffinierter aber: Die KI-Forscher lasen auch Informationen aus dem Zwischenspeicher der Grafikkarte aus. In diesem sogenannten G-Buffer sind geometrische Tiefeninformationen gelagert wie beispielsweise die Entfernung eines Fahrzeugs in Relation zur virtuellen Kamera oder den umliegenden Gebäuden.

Das von Intel programmierte System kann diese Daten auslesen und mit Elementen aus Cityscapes derart überlagern, dass ein neues Gesamtbild entsteht. Dabei soll die Intel-Lösung weniger flimmern oder falsch platzierte Objekte ("Halluzinationen" genannt) als Mitbewerber zeigen sowie eine höhere perspektivische Stabilität besitzen. Bugs bleiben aber nicht völlig aus - beispielsweise, wenn dreidimensionale Objekte unfreiwillig ersetzt werden und statt eines Krans eine Ampel auftaucht.

Die kompletten Details ihres spektakulären Versuchs stellen dir Forscher auf einer eigenen Intel-Webseite dar. Wer nun auf "GTA Stuttgart" oder "GTA Köln" hofft: Spielbar ist das Ergebnis des Versuchs (noch) nicht: Bei den Berechnungen entsteht eine Verzögerung von knapp einer halben Sekunde. Das würde den Spielspaß beim Cruisen durch das digitale Grau von Los Stuttgartos oder Los Kölnos deutlich ausbremsen. In Zukunft aber könnten Spiele von den Forschungsergebnissen profitieren und realistischer aussehen, so die Überzeugung des KI-Teams.

Enhancing Photorealism in GTA V Video



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