"Index": Valve zeigt, wie VR geht

Nach der Trennung von HTC versucht sich Steam-Betreiber Valve an der Vermarktung seines eigenen Headsets: Die "Index" ist günstiger als die Vive Pro und bietet das beste Bild, hat aber einen kleinen Nachteil ...

Dank der Zusammenarbeit mit dem Mobiltelefon-Riesen Vive gehört Steam-Betreiber und "Half-Life"-Entwickler Valve zu den Pionieren des VR-Fachs: Neben der Oculus Rift ist die von ihm mitentwickelte "HTC Vive" eine der beiden führenden Premium-VR-Brillen für den PC, vor allem das von Valve stammende Tracking-Verfahren des Headsets galt lange Zeit als revolutionär. Weil sich Valves Technik-Partner HTC aber künftig auf die ebenfalls von Oculus verwandte "Inside-Out"-Technologie stützen möchte, wird die Zusammenarbeit mit Valve für das Unternehmen überflüssig.

Grund genug für Valve, eine eigene VR-Brille zu entwerfen und zu vermarkten: Von der bereits vor einiger Zeit angekündigten "Index VR" wurden schon erste Chargen verkauft, aktuell nimmt das Unternehmen nur noch Vorbestellungen an. Die entsprechende Ware soll aber frühestens Ende dieses Jahres geliefert werden. Besteller erwartet dann eine VR-Brille, deren zwei RGB-LCDs eine Auflösung von je 1440 × 1600 Pixel besitzen und obendrein mit flüssigen 120 Hz laufen. Spezielle Linsen sorgen für ein um 20 Grad größeres Sichtfeld als bei der HTC Vive.

Das Komplett-Paket aus Index-Headset, Controllern und "Lighthouse 2.0"-Basisstation schlägt mit rund 1.100 Euro zu Buche. Das ist über doppelt so viel, wie das aktuelle Oculus-Rift-Paket (Touch-Controller inklusive) kostet. Im Vergleich zur nackten Pro-Ausführung der HTC-Vive ist die Index allerdings fast ein Schnäppchen: Die Vive Pro kostet (ohne Zubehör) satte 880 Euro, das Index-Headset ohne alles dagegen "nur" 450 Euro.

Freunde von Profi-Headsets sollten Valves Angebot demnach unbedingt im Auge behalten: Aktuell wird die Hardware zwar nur über Steam angeboten und ist außerdem nicht verfügbar, aber langfristig könnte sie sich im oberen VR-Preissegment als echte Alternative etablieren. So lobt zum Beispiel das deutsche Fachmagazin 4Players die Ergonomie der Brille, außerdem könnten sich die Augen bei der Index besser entspannen und leide das Gerät kaum noch unter dem berüchtigten "Fliegengitter"-Effekt. Einziger Nachteil: Das Headset ist noch kabelgebunden.

Valve INDEX - VR is Back to PREMIUM - Unboxing and First Impressions - Full Kit