Mario-Flop und erneute Verspätung bei "Skull & Bones": Ubisoft hat Schlagseite

Gaming Das Geschäftsjahr 2022 war für Ubisoft kein gutes. Zahlreiche Projekte wurden eingestellt, Hoffnungsträger floppten, Umsatzziele wurden nicht erreicht. 2023 will sich der französische Publisher auf wenige Kernmarken konzentrieren - und muss sogleich den Start seines Piraten-Abenteuers "Skull & Bones" abermals verschieben.

Ubisoft blickt auf ein von Enttäuschungen und Flops geprägtes Geschäftsjahr 2022 zurück, bei dem selbst Hoffnungsträger wie der Switch-Titel "Mario + Rabbids: Sparks of Hope" weit hinter den Verkaufserwartungen zurückblieben. "Trotz exzellenter Wertungen, positiver Reaktionen der Spieler und einem ambitionierten Marketing, lief es für 'Mario + Rabbids: Sparks of Hope' im Weihnachtsgeschäft und den ersten Wochen im Januar schlecht", gibt Ubisoft-CEO Yves Guillemot unumwunden in einem jüngst veröffentlichten Finanzbericht zu. Auch das Tanzkaraoke-Game "Just Dance 2023" konnte "ebenfalls nicht überzeugen".

In Folge korrigierte der französische Publisher seine fiskalischen Ziele für das letzte Quartal 2022/2023 nach unten - von 830 Millionen Euro auf 725 Millionen Euro Umsatz. Für das gesamte Geschäftsjahr 2022/2023, das Ende März endet, erwarte man einen Umsatzrückgang von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem schreibe man rund eine halbe Milliarde Euro für Forschung und Entwicklung ab.

"Skull & Bones" wird zum sechsten Mal verschoben

Ubisoft reagiert auf den Negativtrend mit teils radikalen Schritten: Bereits im letzten Fiskaljahr wurden die Arbeiten an mehreren Titeln gestoppt - darunter auch "Ghost Recon Frontline", mit dem man der Battle-Royale-Konkurrenz "Warzone" und "PUBG" hätte Paroli bieten wollen, sowie das für PSVR2 geplante "Splinter Cell VR". Nun gab Ubisoft bekannt, drei weitere, bislang unangekündigte Projekte auf Eis zu legen.

Stattdessen will man sich auf wenige, zugstarke Kernmarken konzentrieren. Eine davon: das lange Zeit verschollene Piraten-Open-World-Abenteuer "Skull & Bones". Das sollte eigentlich am 9. März 2023 erscheinen. Doch daraus wird nichts, wie einer Pressemitteilung zu entnehmen ist: "Wir haben uns entschieden, den Release zu verschieben, um mehr Zeit zu haben, eine viel feingeschliffenere und ausgewogenere Erfahrung zu zeigen und Aufmerksamkeit zu generieren", Es sind also weniger spielerische oder technische Gründe, die für die mittlerweile sechste Terminänderung verantwortlich sind. Vielmehr soll das Marketing die Gelegenheit bekommen, die Vorzüge des Multiplayer-Spiels hervorzuheben, das aus den Seeschlachten in "Assassin's Creed 4: Black Flag" hervorgegangen ist. Die Kunden sollen "positiv von der Evolution [des Spiels] überrascht werden".

"Skull & Bones" soll nun an einem frühen, nicht näher genannten Termin im neuen Geschäftsjahr 2023/24, das im April beginnt, erscheinen. Eine offene Beta-Phase ist im Vorfeld geplant. Und klar ist: Das Spiel, das erstmals bei der E3-Messe 2017 angekündigt wurde und dessen Entwicklung 2020 neu gestartet wurde, muss ein Hit werden. Gerüchten zufolge investierte Ubisoft bereits über 120 Millionen Euro in die Produktion.

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