Massenentlassungen bei Microsoft: Was läuft schief in der Gaming-Sparte?

Spiele-Branche Entlassungen nach Firmenübernahmen sind keine Seltenheit. Das müssen nun auch Activision Blizzard-Mitarbeiter erfahren. Microsoft trennt sich von 1.900 Angestellten.

Erst im Dezember 2023 bekam Microsoft grünes Licht für die Übernahme des Spiele-Giganten Activision Blizzard, bekannt für Marken wie "World of Warcraft", "Diablo" und "Call of Duty". Fast 70 Milliarden US-Dollar kostete die Elefantenhochzeit. Knapp einen Monat setzt der neue Besitzer den Rotstift an: Projekte werden eingestellt und Stellen gestrichen. Oder wie es in einem Mitarbeiter-Memo von Xbox-Chef Phil Spencer heißt: Es solle eine "nachhaltige Kostenstruktur, die unser wachsendes Geschäft unterstützt", geschaffen werden.

Betroffen vom Abbau ist nicht nur Blizzard, doch scheint es das frisch akquirierte Unternehmen in der Microsoft-Familie am stärksten zu beuteln. Unter anderem hat Blizzards Firmenchef Mike Ybarra augenscheinlich selbst gekündigt. Ob freiwillig oder nicht bleibt bei einem anderen Abgang offen: Chief Design Officer Allen Adham nimmt ebenfalls seinen Hut.

Ein im Januar 2022 von Blizzard angekündigtes Survival-Game "in einem völlig neuen Universum", zu dem noch kein Name oder Details bekannt waren, wird zudem eingestellt. Die Produktion war, Insidern zufolge, schon weit fortgeschritten. Mehr als sechs Jahre Arbeit waren durch dieses abrupte Ende quasi umsonst.

Journalist vergleicht Entlassungen mit einem "Blutbad"

Zudem sollen Stellen bei Zenimax/Bethesda und im Xbox-Hauptquartier abgebaut werden. Wie "Bloomberg" berichtet, sollen insgesamt rund 1.900 Microsoft-Mitarbeiter aus dem Spiele-Segment ihren Job verlieren. Insgesamt arbeiten etwa 22.000 Menschen in diesem Bereich.

Der bekannte "Bloomberg"-Journalist Jason Schreier vermeldet hierzu via X, dass ihm Nachrichten von mehreren Activision-Blizzard-Angestellten vorliegen, in denen deutlich wird, dass diese aktuell nicht wissen, ob ihre Stellen gestrichen werden. Sie würden sogar Schreier fragen, ob er Genaueres wisse! Schreier beklagt, "was für ein Durcheinander" die Xbox-Entlassungen darstellen würden und schreibt weiter: "Die Menschen müssen nun einfach warten, um herauszufinden, ob sie Teil dieses Blutbades sind."

Die Vorgänge bei Microsoft sind kein Einzelfall: Während 2024 für Spieler hinsichtlich geplanter Releases ein gutes Jahr werden mag, leben Mitarbeiter der Games-Branche in Sorge. Über 5.900 Job-Streichungen wurden in diesem jungen Jahr bereits registriert, so Insider Daniel Ahmad auf X. "Das sind fast 60 Prozent vom gesamten Jahr 2023 und es ist noch nicht mal Ende Januar", schreibt er.

Zudem schlossen Anfang des Jahres und im letzten Jahr zahlreiche Studios - auch in Deutschland. Aktuellstes Beispiel ist Entwickler Black Forest Games. Der schwedische Medienkonzern Embracer Group entlässt die Hälfte der Belegschaft des deutschen Studios, das für "Destroy all Humans" bekannt ist. Auch bei Piranha Bytes ("Gothic") machen Gerüchte über eine mögliche Schließung die Runde.

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