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Mit Reifenschaden ins Ziel

Mehr als "Braking Point": Neben einem einsteigerfreundlichen Story-Modus bietet "F1 2021" zahlreiche neue Features, die auch anspruchsvolle Spieler begeistern werden.

Max Verstappen? Lewis Hamilton? Oder Aiden Jackson? Es gibt neben den bekannten Stars ein paar neue Gesichter im Fahrerlager. Junge, aufstrebende Racer, vom Entwickler Codemasters erdacht, um ein wenig mehr Storytelling in seine F1-Rennspielserie zu bringen. Der "Braking Point"-Spielmodus ist aber nicht die einzige nennenswerte Neuerung in "F1 2021", dem ersten Spiel der Reihe unter EA-Flagge, und am Ende auch nicht die entscheidende. Es hat sich viel getan seit dem Vorgänger. Viel Gutes.

Natürlich, im Vorfeld wurde vor allem mit dem Storymodus "Braking Point" geworben, der wahrscheinlich auch dazu gedacht ist, neue Spieler an "F1 2021" heranzuführen. Man startet in die Geschichte als Aiden Jackson, ein junger britischer Nachwuchsfahrer. Nach dem Saisonfinale 2019, in dem man sich mit Jackson den Formel-2-Titel holt, begleitet man ihn bei seinem Einstieg in die Königsklasse. Fünf (eher schwache) F1-Teams stehen zur Auswahl für die Saison 2020, in jedem Fall aber bekommt man den erfahrenen F1-Haudegen Casper Akkerman als zweiten Fahrer zur Seite gestellt, mit dem es bald schon großen Ärger geben wird.

"Braking Point": Ideal für Rennspiel-Neulinge

Das "Braking Point"-Erlebnis wird aufgehübscht mit diversen Cutscenes sowie vielen Informationen und Storys am Rande. Man kann Interviews lesen, Nachrichten mit Verweisen auf die echte F1-Saison 2020 (Vettels Ferrari-Abschied, Alonsos Comeback und so weiter) und Social-Media-Kommentare. Im Grunde aber geht es vor allem darum, in Renn-Sequenzen Gas zu geben und verschiedene Aufgaben zu erfüllen. So wird der Spieler beispielsweise in eine etwas chaotische Rennsituation geworfen, in der man sich mit Reifenschaden vorne rechts in die Box retten und danach noch ein möglichst gutes Ergebnis erzielen muss. Es kommt auch vor, dass Jackson und Akkerman auf der Strecke kollidieren oder sich gegenseitig in der Box blockieren.

Dahingehend, welche Dramen sich auf und neben der Strecke so abspielen können, haben sich die Entwickler gut informiert. Schade nur, dass der Weg durch die Story auf einer geraden Linie vorgezeichnet ist - entweder man meistert die einzelnen Aufgaben und schreitet voran zum nächsten Kapitel, oder man scheitert und muss es von Neuem versuchen.

"Icons" im Karrieremodus: Seite an Seite mit Schumi fahren?

"Braking Point" bietet F1-Neulingen mit drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen, verkürzten Rennen und viel Action einen niedrigschwelligen Einstieg in die Welt des virtuellen Rennsports, erfahrenere und ambitioniertere Spieler finden ihr Glück dagegen woanders. Im neuen Zwei-Spieler-Karrieremodus etwa, in dem man gemeinsam mit einem Freund um Punkte, Podiumsplätze und lukrative Verträge kämpfen kann. Oder, wenn man zugleich Teamchef und Fahrer sein möchte, im überarbeiteten "My Team"-Modus, bei dem nach der Einführung 2020 definitiv ein Schritt nach vorne gemacht wurde.

Die Trainingseinheiten in der "My Team"-Karriere, in der man seinen eigenen Rennstall an die Spitze führen muss, wurden sehr viel abwechslungsreicher und anspruchsvoller gestaltet als noch bei "F1 2020", als Wochenende für Wochenende die immer selben Programme durchgespielt wurden. Es gibt ein komplexeres System zur Weiterentwicklung des Autos, man muss innerhalb der einzelnen Abteilungen wichtige Entscheidungen treffen (kriegt der zweite Fahrer Erholungsurlaub oder Strafstunden im Simulator?) und, wofür viele Spieler besonders dankbar sein werden: Die Abläufe wurden - ohne echte Spielzeit-Verluste - so gestrafft, dass man pro Rennwochenende etwa 15 Minuten gewinnt. Kürzere Ladezeiten, viel weniger sinnloses In-der-Box-Herumlungern zwischen den einzelnen Sessions, mehr Zug auf dem Weg zum Weltmeistertitel.

Auch die Legenden des Formel-1-Rennsports, die Codemasters seit Jahren immer wieder in das Spiel zu integrieren versucht, sind diesmal im "My Team"-Modus gelandet. Wer die Deluxe-Version von "F1 2021" besitzt, kann dann etwa Michael Schumacher, Ayrton Senna oder Alain Prost als Zweitfahrer unter Vertrag nehmen. Diese teuren "Icons" führen ein Team natürlich schneller zum Erfolg, wirklich durchdacht wirkt diese Idee aber nicht. Wer will schon mit Schumi oder Senna in die Formel-1-Saison 2021 starten, wenn es doch überall bei diesem Spiel um ein maximal authentisches Gaming-Erlebnis geht?

Neues Schadensmodell: Wenn es kracht, dann richtig

Ungeachtet der einzelnen Spielmodi: Ein großes Plus dieser Rennspiel-Serie ist auch bei "F1 2021" die hervorragende Simulation, bei der im Vergleich zur 2020er-Ausgabe nochmals nachgeschärft wurde. Die Traktionsunterschiede zwischen einzelnen Reifenmischungen etwa werden realistischer umgesetzt als früher, jede Strecke hat ihr eigenes Grip-Niveau, und neben zahlreichen fein justierbaren Fahrhilfen gibt es diesmal auch ein völlig neues Schadensmodell.

Der Frontflügel, aber auch die Seitenkästen, das Heck und die einzelnen Reifen: "F1 2021" bietet dem Spieler die Möglichkeit, sein Auto auf unterschiedlichste Weise zu demolieren, was sich dann natürlich auch auf das Handling auswirkt. Und wenn es kracht, fliegen die Autos regelrecht durchs Fahrerfeld, statt wie früher nur grob abzubremsen. Man will es nicht empfehlen, aber so ein Massencrash in Kurve 1: Das ist jetzt etwas ganz anderes als noch im Vorjahr.



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