Mitleid oder Manipulation? Algorithmus soll "FIFA"-Duelle steuern

Wenn der Algorithmus zum Motivationstrainer wird: Kurz vor der Ankündigung von "FIFA 20" kommt ein alter Verdacht auf, wonach der Computer schummelt, um miese Spieler bei der Stange zu halten - und um sie zum Geldausgeben zu bewegen.

Bereits vor einigen Jahren steht der Verdacht im Raum, dass Hersteller wie Electronic Arts oder Activision an Algorithmen arbeiten, die es mittelmäßigen bis schlechten Spielern maßgeblich erleichtern sollen, in den verschiedensten Games Erfolgserlebnisse zu erzielen. Denn nur Spieler mit regelmäßigen Erfolgserlebnissen sind glückliche Spieler - und glückliche Spieler sind bessere Kunden. Sagt zumindest die Marktforschung.

Ein bereits im März 2018 von EA eingereichtes Patent heizt die Spekulationen weiter an. Die Algorithmen des "Dynamic Difficulty Adjustment" (DDA) sollen dafür sorgen, den Frust zu reduzieren - vor allem bei jenen Spielern, die schon Bereitschaft signalisiert haben, zusätzliches Geld in speziellen Modi für sogenannte Lootboxen zu investieren. Nach einer Niederlagen-Serien könnten sie beispielsweise beim Kauf eines Pakets mit zufälligen virtuellen Spielern vermehrt virtuelle Top-Kicker wie Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi ziehen. Außerdem wäre es auf diese Weise möglich, dass sich zu starke Computer-Gegner dem Kunden anpassen, indem sie etwa ihr Pass-Spiel verschlechtern oder Torschüsse öfter daneben gehen lassen.

Electronic Arts selbst hat sich zu dem Patent und der aktuell hitzig geführten Diskussion unter "FIFA"-Spielern noch nicht offiziell geäußert.